Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Hier kommen unsere Posts rein ^^ Und der ganze Rest.
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Itaga
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Itaga »

Dann werde ich mich hier mal als zweites verewigen.

Es war toll mit Drago, aber (fast) alles geht irgendwann einmal zuende. #3
Lasst uns dankbar sein, dass uns Dragonica und die arme Seele die nie in seinem eigenen RPG gepostet hat, uns zusammengeführt haben.

Schließlich sind wir ein bunter haufen aus coolen Leuten die eine spannende Story nach der anderen aus unseren Tastaturen schütteln #1

Hach ist das Toll, danke für die Original Smileys, würde dir ja gerne Kekse geben, aber du hast ja schon nen ganzen Teller hingestellt.

Itaga:

"Es sind nur noch etwas mehr als zwei Monate bis ich diesen Ort endlich verlassen kann.
Nicht das es mir hier nicht gefallen würde, aber das fehlende Tageslicht macht mir schwer zu schaffen und diese Übungen am heiligen Artefakt sind nicht ohne, aber irgendwie muss ich gegen das Element Heilig abgehärtet werden.

Michael beobachtet jede meiner Trainingseinheiten und das obwohl er selber genug zu tun hat.
Mutter ist eine ausgezeichnete Lehrerin. Mantra, Gebete, Weihen, Segnungen ,Projektilmagie, Clankünste und ihr Wissen über Wesen, welche sich in Dragotaka seit Jahrzehnten nicht mehr niederlassen zeichnen sie aus. Und all dieses Wissen versucht sie mir zu vermitteln.

Auf der anderen Seite steht Eskargon, seine Lehrstunden sind hart und sehr kräftezehrend. Das Chaos zu formen und zu kontrollieren, ohne auf Eskargons Seele zurückgreifen zu können ist verdammt schwer, aber nicht unmöglich.
Ausserdem gibt es in diesem schwarzen Buch ebenfalls sehr viel Wissen, welches mir hilft Eskargon noch besser zu verstehen und die Energie so zu sammeln wie er.

Es verbleibt noch eine Prüfung bevor ich mich auf meinen Abschluss vorbereiten muss und ich bin guter Dinge das ich es schaffen werde.
Großmeister Gabriel scheint viel von mir zu halten, aber ich glaube nicht das er direkt an mir interessiert ist, es ist das Chaos, welches ihn interessiert.
Mutter meinte bereits das ein Paladin nur ernannt wird wenn er etwas besonderes beherrscht, etwas das kein anderer Clanritter kann und dazu noch alle ihm auferlegten Prüfungen besteht.
In der Regel hatte Dragotaka und alle umliegenden Inseln bis jetzt insgesamt sieben Paladine.

Bin ja mal gespannt ob einer abdankt oder ob diese Regel bald umgangen wird.

Naja, mir geht das Papier aus und Mutter wird schon ungeduldig.
Es ist ja schon großzügig genug von ihr, dass sie mich alle zwei Monate einen Brief verfassen lässt und diesen von einem Seemann in die Clanstadt bringen lässt.

Achja, ich bin übrigens schwer begeistert von deiner neuen Revitalisierungstinktur, meine Energievorräte stellen sich spürbar schneller wieder her, wodurch du mir ermöglichst noch mehr mit Spiritua und dem Chaos zu üben.

Du bist ein echter Freund
Liebe Grüße aus ... du weist schon wo.


Itaga

Bevor ich es vergesse, falls du es wagst die Nadel an meine Kinder anzusetzen, dann wirst du aus erster Hand erfahren WAS ich alles neues gelernt habe!"

NEXT!!^-^
Probleme mit Mitgliedern?
Etwas auf dem Herzen?
Brauchst du wen zum reden?

-> PN oder im Skype anschreiben.
Ich habe für jeden ein offenes Ohr und hin und wieder einen guten Ratschlag ^-^

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Gralaer
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Gralaer »

Kreck

Die Soldaten verschleppen mich in den Kerker. Er befindet sich in einem Königsrittergebäude wie üblich eigentlich. Dort werfen sie mich in eine dunkle Zelle die sorgsam abgeschlossen wird.
Aus der Zelle kann ich das ganze Geschehen verfolgen, da die Seite vergittert ist und nur eine kleine Tür, die auch aus Gittern, besteht, hindurch führt.
„Sie in dir an.“ meint einer nach einiger Zeit zum anderen. „Zwei Jahre versucht man ihn schon zu fangen und dann läuft er uns einfach so in die offenen Arme.“ kichert er verstohlen. „Es war schon fast zu einfach...“ meint der verschlafene Typ dann. „Was soll das heißen?“ fordert der andere die Antwort. „Vielleicht ist es eine Falle.“ gähnt er. „Eine Falle? Was will er im Kerker hier schon machen?“ „Ich mein ja nur, zwei Jahre und dann sowas...“ und dann döst er weg.

Der Andere dreht sich zu mir und begutachtet mich einige Zeit wie ich einfach dort sitze und nichts mache. „Er kann gar nichts machen er ist gefesselt.“ beruhigt er sein Gewissen. Er dreht sich wieder um und stolpert über einen Schatten. „Woah!“ er schaut zurück auf den Boden.
Die Fackel erlaubt mir im Moment keinen größeren Streich...schade.
„Schlag dir nicht den Kopf ein.“ kommt eine gedämpfte Stimme an.
Irgendwann nach einiger Zeit höre ich Schritte...leise Schritte. Darauf folgt dann das die eine Wache komplett einschläft, der andere will ihn wecken und fällt selbst zu Boden.
Es taucht eine Gestalt auf die das Kerkerschloss öffnet. „Kreck?“ ertönt eine mir vertraue Stimme.

„Sie an...wer kommt da angekrochen?“ Das Grinsen kann ich mir kaum verkneifen.
„Hallo Kreck!" kommt mit einem überschwänglichem Ton.
„Wieso bist du hier? Kommt jetzt der Todesstoß weil ich zu viele Informationen habe. Denkt ihr ich lauf zu diesen Musikanten über?“ beginne ich mit den Vorwürfen.
„Hä? Was? Nein. Ich wollte fragen, ob du noch mitkommen willst oder nicht." fragt sie frech.
„Natürlich...glaubst du ehrlich das ich noch Interesse an euch hege?“ dazu füge ich noch in einem leisen Gemurmel hinzu: „Blödes Gör.“
„Also heisst das nein?" fragt sie weiterhin. „Ja! Verkriecht euch in eure geschlossene Gemeinde und rettet diese Welt.“ entgegne ich hart.
"Oh..." kommt es enttäuscht. "Hm, dann geh ich eben wieder." Nun macht sie Anstalten zu gehen und wieder abzuschließen.
„Schließ ab...ich bin aus vielen Kerkern schon geflohen.“ Dabei durchzuckt die Erinnerung aus dem Kerker der Blauen Falken durch meinen Kopf. „Ein ritterlicher Pfarrer weiß sowas nicht.“ füge ich verächtlich dazu. Ich höre das Knacken des Schlosses und sehe das sie die Schlüssel wieder den zwei Soldaten gibt.

Jetzt ist sie weg...endlich. Diese Leute...bleiben in engsten Kreisen und schließen jeden aus der anders ist. „Oh wir bitten dich, tritt uns bei damit wir einen Sandsack haben auf dem wir rumhacken...erbärmlich.
Ich stehe auf, gehe zum Gitter und schaue mich mit halb durchgequetschten Gesicht nach rechts und links um. Niemand. Nur die Zwei da.

„John ist ein guter Anführer.“ denk ich während ich versuche die Schatten zu bändigen. Nichts.
„Er hat jeden aufgenommen der wirklich was leistet, egal woher und was er war.“ predige ich weiter und versuche weiterhin die Schatten zu rufen. Verdammt nichts geht. Es ist zu hell. Und diese zwei Turteltäubchen mit den Schlüssel liegen direkt an der Fackel. Trifft sich perfekt.
„Hast du zu viel Prafüm geschnuppert oder wann hast du deine Männlichkeit verloren?“ fängt das Übel an zu sprechen. „Du schon wieder, warum meldest du dich genau jetzt?“ kontere ich.
„Ich werde von Trauer, Leid und als diesem süßen Zeug angelockt, vergessen?“
„Ja...stimmt...“ antworte ich per Gedanken was immer noch gruselig ist.
„Du findest das gruselig wenn du mit mir redest? Da bin ich aber enttäuscht.“ und fängt an zu kichern.
„Genau das! Ich habe Gedanken die du dann auch mitbekommst.“
„Deine kleinen perversen Gedanken werd ich schon niemanden verraten.“ und kichert immer noch.
„Doch der allmächtige Autor weiß sie!“ übertreibe ich.
„Wenn du nur wüsstest...“ und dann ist er ruhig. „Überleg mal...“ fängt er wieder an. „Der Schatten! Vielleicht hilft er dir irgendwie? Wer weiß?“ und dann hab ich das Gefühl das Übel sei wieder „schlafen“ gegangen.

Der Schatten?
Ich halte mich an den Gitterstäben fest und lehne die Stirn dagegen. „Der Schatten?“ denke ich mir.
Kurz drauf untersuche ich mein Element. „Ist irgendwas neu?“ überlege ich.
Es fühlt sich weder stärker noch schwächer an. Aber wenn ich mich stark darauf konzentriere fällt mir eine kleine Sache auf die sich im ganzen Wirrwarr zuvor versteckt hat...
Faal sosin se laas!

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Alinea
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Alinea »

Shékkel

Runterspringen ist viel einfacher als raufklettern. Vor lauter Hast vergesse ich beinahe, die Kapuze wieder aufzusetzen, und dann renne ich geradezu davon.
Ich hatte eigentlich erwartet, dass Kreck mitkommen will, und nicht, dass er mich anschreit.
Vor dem Marktplatz halte ich kurz an und zwinge mich, in einem normalen Tempo weiterzugehen. Kreck mag uns also nicht. Bei Chera verstehe ich das, aber alle anderen? Ich hab Kreck eigentlich gemocht, er ist so lustig.
Der Pferdestall ist nur ein Stück westlich des Marktplatzes und der Mann dort gibt mir Sashenos wieder. Er will dafür alle Goldstücke haben, die Lacrima mir gegeben hat, obwohl die eigentlich für zwei Pferde waren.
Das ist mir egal. Ich will nur davonreiten.
Sash wiehert froh, als er mich sieht, und ich streichle ihm das Fell. „Na, warst du unartig? Der Stallmann hat gesagt, du seist eine wilde Bestie.
Mein Pferd wiehert, aber ich verstehe nicht, was es damit sagen will.
Ich führe Sash auf die Strasse und steige dann auf, ohne Sattel, wie immer.

Die anderen warten wie abgemacht an der Strasse, ausserhalb der Sichtweite der Stadt. „Hallo!“, rufe ich ihnen zu.
„Kein Erfolg?“, will Xashibel sofort wissen.
Ich schüttle den Kopf. „Er hat gesagt, wir sollen uns in der geschlossenen Vermeinde verkriechen und die Welt retten.“
Xashibel schaut nur verwirrt drein, aber Rin kichert. „Ja, gut, dann machen wir das.“
„Vielleicht ist es ja wirklich besser so.“, meint Lacrima nur und steigt auf ihr eigenes Pferd.
Chera murmelt nur: „Sag ich doch.“, und reitet voran. Sie scheint immer noch mies drauf zu sein. Ich dachte, sie freut sich vielleicht, aber heute sind wohl alle etwas komisch.

Wir schaffen es nicht mehr am gleichen Tag zu Tegros. Lacrima beschliesst dann, dass wir noch einmal draussen schlafen, und steigt ab. Dann baut sie eine Feuerstelle.
„Hier ist doch gar kein Holz.“, bemerke ich und deute auf die Umgebung. Wir sind nicht mehr im Wald, sondern auf einer weiten Ebene, und rechts vom Weg ist eine kleine Schlucht mit dem Fluss.
Lacrima seufzt, dann schnippt sie mit dem Finger und eine Lichtkugel entsteht in der Feuerstelle. „Dann frieren wir eben.“, meint sie, setzt sich hin und holt ein Buch hervor.
„Das gehört aber Kreck.“, erkläre ich.
„Wenn ich ihn das nächste Mal sehe, geb ich es zurück.“, meint Lacrima nur, ohne von dem Buch aufzusehen.
Xashibel verteilt ein paar Vorräte – Trockenfleisch und Brot, weil wir nichts kochen können. Chera legt sich ein Fell auf den Boden und auch Dimir und Ryokina bereiten sich ihre Schlafplätze vor.
Ich bin irgendwie noch gar nicht müde. Langsam schlafen um mich herum alle ein, nur Lacrima liest und liest und ich kann nicht schlafen.
Also stehe ich wieder auf. Nur was mache ich jetzt?
Ah, ich weiss…
Ich schleiche zu Lacrimas Tasche und suche darin nach meinem Medusenbuch. Ich habe es bei Lacrima versteckt, die hat so viele Bücher in der Tasche, das fällt bestimmt nicht auf.
Dann setze ich mich zu der Elfe und lese ebenfalls. Nicht die Buchstaben, sondern die Gerüche.

„Was liest du denn da?“, will Lacrima plötzlich wissen. Sie ist schon eine Weile neugierig, das habe ich gerochen.
„Ach, eigentlich lese ich gar nicht.“, erkläre ich. „Das ist ein Medusenbuch. Ich kann gar nicht lesen. Aber riechen.“
„Du riechst?“, fragt Lacrima verwirrt nach. „Ach so, die Seiten riechen. Interessant.“
„Mhmm.“, nicke ich und blättere ein Stück weiter, bis zu der Seite, die nach Debilitas riecht.
„Und die Buchstaben da?“
„Ach, die sind nicht so wichtig.“, erkläre ich.
Lacrima kichert. „Woher weißt du das denn, wenn du sie nicht verstehst?“
Hmmm… So habe ich das noch nie gesehen.
„Wieso, was steht da denn?“, will ich wissen und halte der Elfe das Buch hin.
Die kichert wieder. „Das ist auf dem Kopf.“, meint sie und nimmt mir das Buch ab. „Also: ‚Debilitas’.“
„Das ist eins von meinen!“, rufe ich dazwischen.
„Deinen was?“
„Giften.“, erkläre ich. „Es macht, dass sich das Opfer nicht mehr bewegen kann. Für eine Weile.“
„Ach so.“
„Was steht da noch?“, frage ich wieder. „Steht da auch, warte mal…“ Ich blättere in dem Buch, bis ich eine bestimmte Seite wiederfinde. Keines von meinen Giften, ich kenne nicht einmal den Namen.
Ich zeige darauf. „Was steht da?“
„ ‚Confisio.’“, beginnt Lacrima. „ ‚Vertrauen. Veranlasst das Opfer, unbegründetes Vertrauen in die Schlange zu fassen. Wirkung mehrere Tage.’“
„Vertrauen…“, wiederhole ich. „Hab ich mir schon gedacht.“
Confisio…

Eine Weile ist es still. Dann fragt Lacrima: „Du, Shékkel, willst du mir vielleicht kurz helfen?“
„Klar!“, antworte ich. „Bei was denn?“
„Ich muss kurz in die Elfenwelt.“, erklärt Lacrima. „Dann brauche ich jemanden, der mitkommt, damit ich wieder zurückkehren kann.“
„Hmm?“, frage ich verwirrt nach. „Warum denn in die Elfenwelt?“
Jetzt spricht Lacrima ganz leise: „Ich muss mit Ryiah sprechen. Eigentlich darf niemand davon wissen, es ist ein Elfengeheimnis.“
„Ooh.“, hauche ich. „Eines, das nur Elfen wissen dürfen?“
„Genau.“, lächelt Lacrima. „Darum darf das auch sonst niemand wissen. Also, hilfst du mir?
„Klar!“, mache ich und nicke begeistert.
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Alinea
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Alinea »

Ein Posti für Clara ^-^



Kha'Tschirik Vanderhall

Als ich am nächsten morgen aufwache finde ich mich in einem weichen Bett wieder. Wir haben am vergangenen Abend noch viel geredet, er hat mir seine Tochter Rhenije vorgestellt und ich habe sie sanft in den Traum geschickt. Ich liege momentan noch in ihrem Bett und schaue zu ihr hinüber. Sie ist ziemlich klein und blond, hat – wenn sie offen sind – hellblaue Augen. Jetzt jedoch schläft sie tief und fest im Bett ihres Vaters, der schon aufgestanden ist. Ich habe nicht nach der Mutter gefragt.
Huna hat sich einfach nicht davon überzeugen lassen, dass ich auf dem Boden schlafen sollte, er hat darauf bestanden dass ich Rhenijes Bett bekomme.
Ich versuche mich an meine Träume zu erinnern. Es war kalt in ihnen, ich habe Gesichte von Leuten aus meinem alten Stamm gesehen, weit aufgerissene Mündern, aus denen böse Worte flogen, deren Sinn ich entweder nicht verstand oder schon vergessen habe. Ich schüttele mich, dann erhebe ich mich leise und trete in den Wohn- und Kochraum, in dem Huna schon ein Feuer gemacht hat und der deswegen schön warm ist. Er selbst kocht gerade. Anscheinend hat er sich shcon nach draußen begeben, denn weißer Schnee schmilzt auf seinen Haaren. Als er mich bemerkt begrüßt er mich freundlich.
„Guten Morgen, Kha'Tschirik, möchtest du etwas Brot haben?“
Ich nicke. „Danke.“
Als ich gefrühstückt habe, taucht auch Rhenije verschlafen auf und krabbelt erst mal auf den Schoß ihres Vaters. Er gibt ihr sanft einen Becher mit Milch und ein paar Minuten später ist sie quietschfiedel und rennt im Raum herum.
„Ich muss heute einiges erledigen, wir werden nicht vor Abend zu Mijeary, also dem Elfen, können. Du kannst selbstverständlich hierbleiben. Ich denke du und Rhenije werdet euch schon verstehen.“
„Gut, vielen Dank, Huna Kerinask.“

Rhenije weint, als ihr Vater losgeht. Schließlich lässt sie doch sein Bein los, bleibt aber todtraurig auf dem Boden sitzen und zieht eine Schnute. Langsam beuge ich mich zu ihr herunter und setze mich neben sie. Sie beachtet mich nicht und schaut fast schon eingeschnappt auf den Boden. „Rhenije“, sage ich leise ihren Namen. Dann konzentriere ich mich auf sie und dringe sanft in ihre Gedanken ein, sie wird es nicht spüren. Sie blickt auf und ich schaue in die wunderbare Welt einess Kinderkopfes. Es ist bunt, zwar kalt, aber wir leben in einer kalten Welt. Ich ziehe eine wundervolle Blume hervor, von der sie vor ein paar Nächten geträumt habe und lasse ihr Bild vor ihren Augen tanzen. Sie lacht, versucht nach ihr zu greifen. Anfassen kann sie sie leider nicht, aber sie genießt den Anblick und beginnt ihr bald nachzujagen. Als sie genug von ihr hat, erschaffe ich das Bild eines großen Rindes vor ihr, dass durch die Küche poltert und sie kreischt vor Vergnügen. So vergeht der ganze Tag, nur unterbrochen von dem Essen.
Als Huna wiederkommt, ist die Sonne schon fast ganz gesunken. Er gibt schnell Rhenije einen Kuss auf die Stirn, dann geht er gleich mit mir los. Unser Ziel ist ein Haus am Ende des Stammes, das, als wir es betreten, viel wärmer scheint als Hunas. Überall sind Gefäße mit bunten Blumen, die ich noch nie in meinem Leben gesehen habe. Er herrscht Chaos. Schriftrollen liegen neben lila gepunkteten Blumen und in einem großen Sessel in der Mitte sitzte ein kleiner Mann mit spitzen Ohren, Mijeary.
Huna und er begrüßen sich, als wären sie die besten Freunde.
„Das hier ist Kha'Tschirik Vanderhall. Sie wurde von ihrem Stamm verstoßen, da sie angeblich schwarze Magie ausüben soll und den Leuten ihre Träume zeigt. Ich habe den Gedanken gehabt, dass sie eine Elementkriegerin ist und wir wollten dich fragen, ob du etwas davon weißt.“
Er betrachtet mich nachdenklich und ich schaue schweigend zu Boden. Ich mag diese Musterungen nicht, ich werde nicht gerne beachtet. „Kannst du es mir zeigen?“ fragt er schließlich. „Zeig mir, was ich letzte Nacht geträumt habe.“
Ich zögere kurz, dann schließe ich die Augen, taste nach ihm – und sehe eine Welt, die schön ist, wie ich es noch nie gesehen habe. Bunte Blumen, saftig grüne Wiesen, wie ich sie mir mit den schönsten Gedanken nicht vorstellen konnte. Tanzende Wesen mit spitzen Ohren, die umgeben von wunderschönen bunten Häusern, die mit Schnörkeln verziert sind. Es sieht warm aus und friedlich. Ich beschwöre das Bild der tanzenden Elfen und bald tanzen sie durch die Unordnung auf dem Boden einen Tanz der mich ergreift und macht, dass ich mich gut und wunderbar fühle, als könnte ich fliegen.
Ich kann es nicht lange halten, ich habe heute schon zu viel mit Träumen gemacht, so viel wie selten, aber scheint gereicht zu haben um ihn zu überzeugen. Staunend schaut er mich an.
„Ich muss gestehen. Ich habe mich nie sonderlich für Elementkrieger interessiert. Mir waren die Pflanzen lieber und ich denke nicht, dass ich dir groß weiterhelfen kann. Dazu müsstest du in die Bibliothek von Smana gehen. Aber ich kann dir ein bisschen was erzählen. Es gibt besonders magiebegabte Menschen, die Kontrolle über Elemente ausüben können. Jeder zu einem spezifischen, und diese haben einmal unsere Welt gerettet. Ich bin dafür, dass du nach Smana reist.“
Er kramt in der Unordnung herum. „Bleibe nicht länger als drei Stunden, sonst wirst du in eine Elfe verwandelt.Schließlich drückt er mir ein kleines Fläschchen mit einer hellen Flüssigkeit drin in die Hand.
„Das ist Elfentau, damit kommst du in die Elfenwelt. Schütte es dir über die Hand. Dein Körper verbleibt hier. Am besten du legst dich auf den Boden. Aber denk daran: Nicht länger als drei Stunden.“
„Danke.“
Ich lege mich hin und öffne das Fläschchen, dann wird es erst mal dunkel.

Als ich die Augen wieder öffnen kann befinde ich mich auf einem großen Platz, vor einem riesigen Gebäude. Um mich herum sind lauter Elfen, die mich betrachten und die Stirn runzeln. Es ist so warm hier, wie es in meiner Umgebung noch nie war. Eine Treppe führt zu dem Gebäude, davor steht eine Statue einer Elfe mit einem Buch in der Hand. Ich habe keine Zeit zu verlieren, ich kann später immer noch diese wundervolle Welt bewundern. Ich laufe in schnellem Tempo die Treppe hinauf und finde mich in einer gigantischen Halle wieder. Ich habe noch nie in meinem Leben ein so großes Gebäude gesehen. Regale bedenken die Wände und eine spiralförmige Wendeltreppe führt nach oben. Das muss die Bibliothek von Smana sein... wie soll ich mich hier nur zurecht finden? Und dunkel wird es draußen auch schon sein. Vielleicht finde ich ja jemand netten, der mir den Weg zeigen kann.





Xashibel

Erst merke ich nicht, warum ich aufgewacht bin, doch dann fällt es mir auf: Lacrima hat das Licht gelöscht.
Schön, geht sie auch endlich schlafen… ist bestimmt schon nach Mitternacht. Sie sollte sich besser ausruhen.
„Am besten legen wir uns hin, damit es aussieht, als würden wir schlafen.“
Nanu? Mit wem tuschelt sie denn da?
Ich öffne ein Auge und linse hinüber zur Feuerstelle. Zwei Schemen knien da und richten anscheinend ihre Schlafstätte. Lacrima und… Shékkel.
Ach, dann ist die wohl auch noch auf…
Ich schliesse die Augen wieder. Hoffentlich geben die bald Ruhe, damit ich weiterschlafen kann…
„Bereit?“
„Klar!“
„Halt mal deine Hand her.“
„Wie… Ach so.“
„Entspann dich. Tu so, als würdest du schlafen.“
„Ich hab das schon mal gemacht.“
„Ach, gut. Also bis gleich.“
Ein blumiger Duft weht von der Feuerstelle her und lässt mich von den Pilzwäldern träumen…


Shékkel

In der Elfenwelt ist es auch schon dunkel, trotzdem erklingt leise Musik. Die vielen bunten Blümchen, die hier letztes Mal schon waren, schimmern in der Dunkelheit.
Die Musik ist toll. Richtig schön zum Tanzen. Ich merke, dass ich mit dem Fuss den Takt mittappe, und wiege den Kopf hin und her.
„Komm!“
Ich habe gar nicht gemerkt, dass Lacrima neben mir aufgetaucht ist, doch jetzt packt sie meinen Arm und zieht mich mit. Wir gehen zur Musik!
Bald kann ich eine Gruppe Elfen erkennen, die an einem Waldrand um ein Feuer sitzen. Ein paar spielen Instrumente, die anderen singen und tanzen um eine Person herum. Und wir gehen genau darauf zu.
Ich bekomme richtig Lust, mitzumachen. Lacrima lässt meinen Arm los und ich springe davon, hin zur Musik.

„Shékkel!“, vernehme ich eine Stimme und erkenne Ryiah unter den Elfen. „Was führt dich denn hierher?“
Ich muss mich ordentlich konzentrieren, um kurz stillzustehen und die richtigen Worte zu finden. „Ich begleite Lacrima, damit ich sie nachher zurückbringen kann.“, erkläre ich.
In dem Moment taucht die Lichtkriegerin auf. „Ryiah! Vuenen Necan!“
„Lacrima, viya vey yem yellemaye?“, antwortet die Angesprochene. „Vejnayu, allinayu diru des hallinulaj“
Den Rest höre ich nicht mehr, doch dann zieht Lacrima mich wieder am Arm und führt mich weg von dem Trubel. Weg von der Musik.
Die Stille lässt mich etwas wehmütig werden, doch dann erinnere ich mich wieder, warum wir hier sind. „Gehen wir jetzt zum Geheimnis?“
„Psst. Nicht direkt. Wir wollen nur ungestört darüber reden.“
„Worüber denn?“
Lacrima seufzt. „Tut mir leid, aber ich kann es dir wirklich nicht verraten. Es ist wichtig.“
„Ach, ich weiss schon.“, mache ich und zucke mit den Schultern. „Es ist geheim. Aber ich bin neugierig.“

Ryiah ist schon etwas vorangegangen und wartet neben dem Säulenpavillon auf uns, unter dem sich das Portal nach Smana befindet. Kaum sind wir in Sichtweite, tritt sie hindurch und verschwindet in einem lila leuchtenden Nebel.
Lacrima betritt das Portal als nächstes, und zuletzt trete ich hindurch. Kurz darauf finde ich mich auf dem zentralen Platz von Smana wieder.
„Und wohin jetzt?“, frage ich nach.
„Ich muss zur Bibliothek.“, erklärt Lacrima. „Komm, so etwas hast du bestimmt noch nie gesehen.“ Und damit eilt sie über den Platz, direkt auf das grösste Gebäude der Stadt zu.
Das ist mir beim letzten Mal schon aufgefallen. Ein strahlend weisses, rundes Gebäude mit einem spitzen Dach und einem kleinen Anbau daneben.
Vor dem Eingang ist eine breite Treppe, die von magischen Fackeln beleuchtet wird. Sieht fast aus wie Lacrimas Lichtkugeln, nur schimmert dieses Licht etwas rötlich. Mitten auf der Treppe steht eine Statue auf einem Sockel, in dem Licht wirkt sie irgendwie bedrohlich.
„Wer ist das?“, will ich wissen.
„Carea.“, erklärt Ryiah. „Sie war vor einem halben Jahrtausend Priesterin von Smana und hat die Sammlung der Bibliothek enorm vergrössert.“
Fasziniert betrachte ich die Elfe aus Stein.Was es wohl für ein Gefühl ist, etwas so tolles zu machen, dass die Leute eine Statue von einem aufstellen?
Lacrima hat schon die schwere Holztür geöffnet und ich beeile mich, ihr in das Gebäude zu folgen.

Drinnen bleibt mir vor Staunen der Mund offen. Wir sind in einem riesigen runden Raum, der von den gleichen magischen Fackeln ausgeleuchtet wird. Die Wände sind komplett mit Büchern bedeckt.
„Ich habe noch nie so viele Bücher auf einmal gesehen!“, staune ich und stolpere durch den Raum. Vor lauter Gucken remple ich eine Frau an, die neben dem Eingang steht [Kha’Tschirik].
„Entschuldigung.“, stammle ich und trete ein Stück zurück.
„Ich muss ins Innere der Bibliothek.“, ruft Lacrima quer durch den Raum. „Du kannst hier warten und dir die Bücher ansehen, aber pass auf, dass nichts kaputtgeht.“
„Okay!“, mache ich und bleibe einfach stehen.
Lacrima ist an einen langen Tisch getreten, der gegenüber dem Eingang steht, und ruft dort: „Lineyra?“
Kurz darauf geht eine Tür auf, die zwischen all den Regalen kaum auffällt, und eine Elfe tritt heraus. „Lacrima, selluyan. Viya vey valenaye?“
Ich verstehe die Worte nicht, aber ich lausche trotzdem. Die Elfensprache klingt so mysteriös und melodisch.
„Mey culleyaye enivajn duj fianimajn… bli esille, duj fianima Ysah.“, sagt Lacrima gerade. Es klingt wie ein kleines Lied.
„Ysah… sinanaye necunanula…“
„Senaye fianima nejeane cellanule en ylleymayvillan...“
Wenn ich die Sprache nur höre, bekomme ich schon irgendwie Lust zu tanzen, aber ich glaube, das ist nicht der richtige Ort dafür.
„Vejnayu.“, sagt die Elfe, die vorhin hereingekommen ist, und führt Lacrima durch die unauffällige Tür hinaus.
„Und jetzt?“, wende ich mich an Ryiah.
„Wie ich Lacrima kenne, wird das eine Weile dauern.“, meint die Elfe. „Am besten wartest du hier, wie sie gesagt hat.“
„Hmm… in Ordnung.“, mache ich. Links neben dem Eingang ist eine Bank aufgestellt, darauf setze ich mich jetzt.
Die Frau, in die ich vorhin gestolpert bin, steht immer noch da. Sie ist gar keine Elfe, merke ich jetzt. Sie ist ein Mensch.
„Bist du auch zum ersten Mal hier?“, frage ich sie.
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Ryokina
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Ryokina »

So. Und jetzt Posti für Clara.

Kha'Tschirik Vanderhall

Ich begutachte staunend die Bücher, als ich plötzlich von einem.... Wesen...[Shekkel] von hinten angerempelt werden. Sie entschuldigt sich, sie ist pechschwarz und hat statt Haaren Schlangen. Ich gehe einen Schritt zurück. Sie/es ist in Begleitung von einer Elfe [Lacrima], die aber schnell verschwindet. Ich beachte sie nicht weiter und mustere die Regale an den Wänden und frage mich, wo ich hin muss um etwas über die Elementkrieger zu erfahren. Ob es noch mehr außer mir gibt.
Plötzlich spricht mich noch einmal das Schlangenmädchen an und fragt mich, ob ich zum ersten Mal hier wäre. Ich zögere kurz, sie ist mir ein wenig unheimlich, wie die Gestalten aus den alten Geschichten. Doch dann überwinde ich meine Furcht vor dem Unbekannten und antworte ihr. Die Elfen waren schließlich auch nett.
„Ja, ich bin auch zum ersten Mal hier, insgesamt in...“ Verdammt, wie hieß die Hauptstadt nochmal... achso, stimmt ja... „...Smana.“ Ich zögere kurz, doch die Neugier obsiegt. Auch wenn es vermutlich unhöflich ist. „Wer bist du? Oder... was bist du? Ich habe vor kurzen nicht gewusst, dass es in der Wirklichkeit andere Wesen als Menschen gibt, und ich kann dich wirklich nicht einordnen. Die Elfen verwirren mich schon, kannst du ihre Sprache?“

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Alinea
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Alinea »

Shékkel

Oh nein, sie hat Angst vor mir…
Ich kann es riechen, aber trotzdem antwortet sie mir. Immerhin.
„Nein, aber sie klingt schön.“, beantworte ich ihre letzte Frage. „Ich bin Shékkel. Und ich bin eine Medusa. Aber ich kenne selber auch nicht so viele Medusas, eigentlich nur eine… also ist es in Ordnung.“ Vielleicht hat sie ja weniger Angst, wenn ich freundlich bin.
„Medusas?“, wiederholt die Frau erstaunt. „Hab ich noch nie von gehört. Sind die Schlangen gefährlich? Ich bin übrigens Kha’Tschirik Vanderhall.“
Ich muss ein bisschen grinsen. „Seltsamer Name.“, erwidere ich. „Die Schlangen tun nichts.“, erkläre ich dann und versuche, sie etwas ruhig zu halten.
„Sagt diejenige, die Shékkel heisst.“, grinst Kha’Tschirik. „Was tust du hier?“
„Ich begleite Lacrima.“, erkläre ich und deute auf die Tür, durch die sie verschwunden ist. „Sie kann nicht alleine in die Menschenwelt zurück, weil sie ja eine Elfe ist. Und du?“
„Ich suche etwas über Elementkrieger, von denen mir jemand erzählt hat.“, erklärt die Frau. „Denkst du, du weißt, wo es hier Bücher über sie gibt?“
Ich schüttle den Kopf. „Nein, aber ich kann dir viel erzählen. Über welchen Elementkrieger willst du denn etwas wissen?“ Ich bin mir nicht sicher, ob ich Kha’Tschirik verraten darf, wer wir sind.
„Welchen?“, wiederholt sie erstaunt und reisst ihre braunen Augen auf. „Ich wusste nicht einmal, dass es mehrere gibt. Dass sie noch am Leben sind… es ist schon merkwürdig. In meinem Dorf war ich Heilerin, eine Weise, und doch weiss ich so wenig und muss so viel lernen.“

Ich weiss zuerst nicht, was ich antworten soll, und schaue zu Boden. Dann sage ich: „Ich weiss auch wenig. Ich war lange eingesperrt. Eine Weile lang habe ich vergessen, was ‚draussen’ ist und dass es Sterne gibt.“
Oh nein, jetzt habe ich Kha’Tschirik verschreckt… aber sie riecht mehr nach Mitleid als nach Angst. Zögerlich legt sie mir die Hand auf den Arm. „Bei mir war es oft so kalt und stürmisch, dass man die Sterne nicht sehen konnte.“, erklärt sie. Dann atmet sie tief durch: „Ich wurde nie eingesperrt, eher ausgeschlossen und gefürchtet.“, erzählt sie dann. „Es tut mir leid, was dir geschehen ist. Kennst du Elementkrieger?“
„Warum denn gefürchtet?“, will ich wissen. Ich kann mir nicht vorstellen, wieso man vor dieser Frau mit den schönen schwarzen Haaren und dem blauen Hut Angst haben sollte. Vor mir, ja, aber vor ihr?
„Weil sie dachten, dass ich böse Dinge tue“, erklärt Kha’Tschirik, „aber ich habe nur die Fähigkeit, Träume zu beherrschen. Und manche fürchteten ihre eigenen Visionen.“
„Träume beherrschen…“, wiederhole ich. Das kann ich mir gar nicht richtig vorstellen. „Kannst du dir einfach aussuchen, was du träumst?“ Nach einer kurzen Pause erzähle ich: „Ich habe mal geträumt, dass ich meiner Mutter das Gold des Sonnenuntergangs holen wollte, aber dann wurde es dunkel und da war diese gefährliche Frau…“
„Ja, manchmal kann ich das.“, beantwortet Kha’Tschirik meine Frage. „Aber ich kann auch anderen ihre Träume zeigen, gute Träume heraussuchen, die sie schon einmal hatten und sie noch einmal träumen lassen. Ich kann Leute teils zum Einschlafen bringen, wenn sie keinen Widerwillen zeigen, dann heilen sie im Schlaf besser, weil Träume einen grossen Teil ihrer selbst ausmachen.“
„Klingt nicht nach etwas Gefährlichem.“, merke ich an. „Manche Leute haben Angst vor mir, aber das kann ich verstehen. Ich bin gefährlich. Also manchmal.“ Hoffentlich kriegt die Frau jetzt nicht wieder Angst.
„Hm. Wieso bist du gefährlich? Wegen der Schlangen?“
Ich nicke. „Weil ich eben eine Medusa bin. Und weil Gift mein Element ist. Ich habe sogar mal jemanden getötet…“, füge ich leise hinzu.
„Du bist ein Elementkrieger?“, fragt Kha’Tschirik nach. „Hat der Getötete dein Leben bedroht?“
„Nein… Also, doch, ich bin ein Elementkrieger, aber der Getö… Getötete hat mir nichts gemacht.“, stammle ich.

Kha’Tschirik runzelt die Stirn. Oh nein, jetzt denkt sie, ich bin böse. „Kindchen, warum hast du ihn getötet?“, fragt sie, ein wenig vorwurfsvoll. „Hat er ein anderes Leben bedroht?“
Ich schaue zu Boden und schüttle den Kopf. „Thomas hat gesagt, ich soll ihm alles bringen, was wertvoll ist. Und dann ist der Mann aufgewacht. Und ich habe gar nicht nachgedacht, und dann hat Nex ihn gebissen und er war tot…“
Ich blicke wieder zu Kha’Tschirik auf, doch ihr Gesicht verschwimmt vor meinen Augen. Eine Träne rinnt über meine Wange. „Hast du jetzt Angst vor mir?“
„Nein. Ich habe keine Angst vor dir.“ Ich kann ihr Mitleid immer stärker riechen. „Es war keine Absicht und ich denke, dass du es zu beherrschen gelernt hast oder noch lernen wirst. Jeder Mensch macht Fehler; das war ein grosser, aber einer, den du nicht absichtlich gemacht hast. Ich denke, dass der Mann dir vergeben würde.“
„Meinst du?“, bringe ich hervor. Jetzt kann ich die Tränen nicht mehr zurückhalten. „Aber er ist jetzt tot.“
Zögerlich legt Kha’Tschirik den Arm um mich. „Er wird weiterleben, in deinem Kopf und in den Köpfen anderer.“, erklärt sie mir. „Es war falsch von dir. Das kann man nicht abstreiten, aber du wirst trotzdem von deinen Freunden und deiner Familie geliebt werden. Ich denke, dass du noch viel Wundervolles leisten wirst. Strebe an, es wieder gut zu machen, und rette Leben, statt sie zu nehmen.“
Jetzt bekomme ich ein ganz schlechtes Gewissen, weil ich Kreck wieder eingesperrt habe.

Ich mag nicht an Kreck denken. Ich wische die Tränen weg und zwinge mich zu einem Lächeln. „Du bist echt weise.“, bestimme ich.
„Vielen Dank.“, lächelt Kha’Tschirik. „Doch jeder ist auf seine Art weise. Jetzt teil mir doch etwas mit von deiner Weisheit über die Elementkrieger.“
Ich atme tief durch, um den Kloss aus meinem Hals zu bekommen. „Also… sie haben die Welt gerettet.“, beginne ich. „Und Sanctorion getötet. Chera und Lacrima und Rin und Itaga und, äh, Kajo und… Takajo… und… Alucard…“ Wieder kommen mir die Tränen.
„Ist alles in Ordnung?“ Kha’Tschirik drückt mich fest an sich.
Ich schniefe. „Sie sind tot.“, erkläre ich. „Alucard und Takajo. Und Kajo auch. Den habe ich nie gekannt. Alucard auch nicht, aber Lacrima, und die hat ihn geliebt…“
„Es tut mir sehr leid.“, murmelt Kha’Tschirik. „Es tut mir wirklich sehr leid.“
Ich schniewe noch einmal, dann trockne ich wieder die Tränen ab. „Ach, das ist schon eine Weile her…“
Ich nehme den Faden wieder auf: „Also, Chera ist die Elementkriegerin des Wassers. Sie kann sogar unter Wasser atmen und eine riesige Seeschlange rufen. Die heisst Leviathan. Chera hat Sanctorions halbe Burg überflutet, und dann hat sie gegen Arkaron gekämpft… Arkaron war auch ein Elementkrieger, aber ein Verräter. Lacrima war in ihn verliebt, aber dann hat er Chera diesem Zauberer übergeben. Lacrima ist die Elementkriegerin des Lichts, und sie kann sogar heilen. Sie ist eine Elfe, weißt du, und sie kennt die Welt so gut. Sie forscht jetzt über die Elemente. Sie kann alles heilen, sogar Flüche, hat Luciel erzählt, aber bei Itaga hat es damals nicht richtig funktioniert, Lacrima hat gesagt, es sei wie Tinte im Wasser verdünnen, die Krankheit geht nicht ganz weg. Eigentlich war es keine Krankheit, Itaga hat nur zu viel Dunkelheit abbekommen. Er ist der Elementkrieger des Spiritua, damit kann er Schockwellen machen, aber Lacrima hat mir mal erklärt, er hat einen halben Drachen in sich und etwas Chaos. Er hat damals mit Eyalle… len.. äh, irgendeinem Zauber Sanctorion fertiggemacht. Und er ist mit Rin zusammen, sie ist die Elementkriegerin des Sands, und sie haben sogar Kinder und die sind Werwölfe.“
„Okay, okay…“, unterbricht mich Kha’Tschirik. „Und wie merkt man, dass man ein Elementkrieger ist? Vielen Dank für die Informationen.“
„Äh…“ Jetzt muss ich doch überlegen. „Also, wenn man eine spezielle Fähigkeit hat, die mit diesem Element verbunden ist… also… ich weiss es gar nicht so genau. Ich wusste zuerst auch nicht, dass ich Gift als Element habe.“

In dem Moment knarrt eine Tür und Lacrima und die andere Elfe treten wieder in den Raum. „Illceyayu miy Shene.“, sagt die Elfe gerade. „Sey saisaye bli.“
„Vuene, caesan.“, antwortet Lacrima und kommt zu uns herüber. „Wer ist das denn?“, will sie von mir wissen und deutet auf Kha’Tschirik.
„Das ist Kha’Tschirik Vander… äh.“, erkläre ich. „Du, woran erkennt man eigentlich, dass man ein Elementkrieger ist?“
„Äh, das ist eigentlich meistens offensichtlich…“, antwortet die Elfe etwas verdattert.
„Bist du Lacrima?“, meldet sich plötzlich Kha’Tschirik. „Shékkel hat mir von dir erzählt. Ich bin hier, weil vermutet worden ist, dass ich zu den Elementkriegern gehören soll. Ich wollte mich deshalb hier darüber informieren.“
„Hm.“, macht Lacrima etwas überrumpelt. „Dann ist es ja ein netter Zufall, dass wir uns begegnen. Freut mich. Welches Element glaubst du denn zu haben?“
„Hm… das klingt bestimmt etwas seltsam…“, murmelt Kha’Tschirik. „Ich kann Träume beeinflussen. Ich weiss nicht, ob das wirklich ein Element ist.“
„Hast du es denn erlernt?“, fragt Lacrima nach. „Oder war das angeboren?“
„Es war schon immer da, einfach so.“, erklärt Kha’Tschirik. „Ich konnte nichts dagegen tun.“
„Die meisten Elemente sind angeboren.“, erklärt Lacrima, ganz in ihrem Element. „Im Gegensatz zur Nutzung der Magie, die im Allgemeinen erlernt werden muss. Aber an beiden Orten gibt es Ausnahmen.“
Sie überlegt kurz, dann meint sie: „Was du da beschreibst, klingt gar nicht so abwegig. Es gibt Elemente wie Fantasie oder Gefühle. Abkömmlinge des Geist- oder Ätherelements… Ich glaube sogar, einmal von einem Element Traum gehört zu haben… kannst du uns das vielleicht vorführen?“
Aufgeregt springe ich von der Bank auf. „Au ja!“
Kha’Tschirik schliesst einfach nur die Augen. Erst passiert nichts, dann wabert die Luft um Lacrima und eine Kreatur taucht auf. Ein riesiges Ungetüm mit Flügeln und leuchtend roten Augen und einem langen Schwanz, und Zähnen, spitz wie Nadeln.
Ich drücke mich fest an die Wand und Lacrima nimmt reflexartig Kampfeshaltung ein. Die Elfe, die etwas abseits steht, ruft: „Jelleyma, jelleyma!“, und stürmt nach draussen.
Dann wird es still. Das Ungetüm rührt sich nicht.

„Ist das ein Drache?“, frage ich in die Stille hinein.
„Nicht irgendein Drache.“, antwortet Lacrima und stellt sich wieder normal hin. Vorsichtig geht sie auf das Ungeheuer zu und streckt die Hand danach aus. Sie gleitet einfach hindurch.
„Das ist Sanctorion.“, erklärt sie dann.
Mir bleibt vor Staunen der Mund offen. „Dagegen habt ihr gekämpft?!“
Lacrima nickt. „Ein gekonntes Trugbild. In Echt war er aber etwas grösser, glaube ich. Und das ziehst du aus meinen Träumen?“, wendet sie sich an Kha’Tschirik.
„Ich… es tut mir leid.“, stammelt diese. „Ich wollte kein Chaos anrichten. Ich dachte es wäre nur eine Gestalt deiner Alpträume… und ausserdem sah er da drinnen nicht so gross aus.“
„Kein Problem.“, meint Lacrima nur und zuckt mit den Schultern. „Chera hat mal ihre Seeschlange gerufen, um einen Streit zu schlichten. Mitten in der Stadt. Ich bin mich solche Dinge gewohnt. Aber, äh, vielleicht solltest du das Ding verschwinden lassen, bevor hier eine Armee verärgerter Elfen auftaucht – die sind nicht gut auf Sanctorion zu sprechen.“
Sofort verschwindet das Abbild des Drachen. „Chera hat eine Schlange beschworen?“, wiederholt Kha’Tschirik erstaunt. „Gute Güte. Was tust du eigentlich hier?“
„Na ja, ich habe es mir zum Beruf gemacht, über die Elemente nachzuforschen… und diese Bibliothek ist eine ausgezeichnete Informationsquelle. Vorausgesetzt, man hat Zutritt zu den unteren Bereichen.“
„Uff…“, macht Kha’Tschirik. „Ich würde ja gerne alle von euch kennenlernen. Aber ich werde wohl ziemlich weit weg sein.“
„Höö?“, mache ich, doch Lacrima weiss anscheinend, wovon sie redet. „Wo bist du denn gerade?“, will sie wissen.
„In der Eiswüste.“, antwortet die Frau. „Ich weiss nicht, wie der Stamm heisst. Hier ist es so warm, findest du das nicht auch toll?“
„Es ist zumindest wärmer als unser Lager im Freien.“, meint Lacrima. Ach soo, sie reden davon, wo unsere Körper gerade sind!
„Werden wir uns wieder einmal treffen?“, frage ich Kha’Tschirik.
„Ich weiss nicht.“, meint sie nur. „Ich habe keinen Ort, zu dem ich könnte.“
„Wenn du willst, kannst du uns treffen.“, meint Lacrima. „Wir werden in drei oder vier Tagen beim Mondlichtküstendorf sein, denke ich. Wenn du zum Elloralager reist und dort das Schiff nimmst, kannst du direkt dort hinsegeln.“
„Ich versuche es.“, verspricht Kha’Tschirik. „Ähm… wie kommt man eigentlich zurück in die, öh, echte Welt?“
„Wir werden im Mondlichtküstendorf zwei Tage auf dich warten.“, bestimmt Lacrima. „In der Zeit solltest du es gut dorthin schaffen. Also: Du konzentrierst dich auf deinen Körper in der Menschenwelt. Wie er daliegt, wie er sich anfühlt. Geht am besten, wenn man die Augen schliesst, habe ich mir sagen lassen.“
„Ich danke dir, Lacrima. Und ich wünsche euch beiden noch einen schönen Aufenthalt hier. Lass den Kopf nicht hängen, Shékkel. Vergiss nicht, dass du geliebt wirst.“ Damit schliesst Kha’Tschirik die Augen. „Ich hoffe, euch bald wiederzusehen.“, sagt sie noch, dann ist sie verschwunden.

In dem Moment geht die Tür auf und die Elfe von vorhin stürmt herein, mit Ryiah im Schlepptau. „Yem! Yem senaya la jelleyma!“, schreit sie und bleibt dann abrupt stehen. „Cey… viyey lley senaye?“
„Senaya varyvileda.“, antwortet Lacrima, und Ryiah lacht: „Senaye rellie cu Lacriman cay la eylanvecillemajn.“
Die andere Elfe stöhnt. „Meye vuena…“




Iubon

„Sieh nur, da drüben.“, rufe ich Yerabel zu, sobald ich wieder meine eigene Gestalt angenommen habe.
„Wo denn?“, fragt sie nach und kneift die Augen zusammen. „Meinst du diese Zacken?“
„Genau die.“, erkläre ich. „Das sind die Holzsäulen.“
Yerabel versucht angestrengt, durch den leichten Schneefall hindurch etwas zu erkennen. „Die sehen eher wie Spitzen als wie Säulen aus.“, beschliesst sie.
„Warte, bis du sie aus der Nähe siehst.“, meine ich nur.
Mittlerweile ist auch Hashin bei uns angekommen, sagt jedoch nichts, wie immer, wenn Yerabel dabei ist. Meine Geliebte versteht einfach nicht, wie ich mich so gut mit einem Krieger zwei Stufen unter mir verstehen kann. Aber die Freundschaft zwischen mir und Hashin besteht seit unserer Zeit als Schüler.
Ich nicke ihm als Gruss zu, schweige jedoch ebenfalls, um Yerabel nicht zu verärgern. Seit wir Xashibel fortgeschickt haben, ist sie schnell gereizt, und diese beschwerliche Reise trägt auch nicht gerade zur guten Stimmung bei.
„Hashin, würdest du uns etwas zu Essen holen?“, meint sie auf einmal und setzt sich auf den Schnee, der von hunderten Sirenenfüssen plattgetrampelt worden ist. „Ach, Iubon. Wann kommen wir endlich an?“
„Ich weiss es nicht.“, mache ich nur, während Hashin sich mürrisch verdrückt. „Ich war nie jenseits dieser Holzsäulen.“
„Die Menschen nennen sie Bäume.“, ertönt es von Tarmin, der sich mit seinen Freunden in die Nähe gesetzt hat.
„Wo hast du das denn wieder aufgeschnappt?“
„Vom Obersten Lehrmeister. Der erklärt den anderen Lehrmeistern, was er über die Menschen und deren Leben weiss.“
„Er kennt die Welt der Menschen?“, fragt Yerabel erstaunt. „Er ist weise…“
„Das Wissen wurde von Oberstem Lehrmeister zu Oberstem Lehrmeister weitergegeben.“, erklärt einer von Tarmins Freunden. „Sie haben sich stets bemüht, unsere Feinde zu kennen.“
„Die Menschen sind nicht mehr unsere Feinde.“, werfe ich ein. „Die Dämonen sind es.“
„Ach, was.“, winkt Yerabel ab. „Hast du den Obersten Lehrmeister nicht gehört? Wir benutzen die Menschen, um die Dämonen loszuwerden, und dann wenden wir uns gegen sie.“
„Ja, aber das heisst, jetzt im Moment sind sie nicht unsere Feinde.“, beharre ich.
Yerabel will etwas entgegnen, wird aber von Hashin unterbrochen, der mit einem Streifen getrockneten Fleisches und einer Schale Tang vorbeikommt.
„Hier, Essen.“, verkündet er.
„Das alles für uns beide?“, fragt Yerabel pikiert.
„Das alles für uns drei.“, entgegnet Hashin. „Die Vorräte gehen zu Neige.“
Yerabel rümpft die Nase, doch auch sie sieht ein, dass wir in diesen Zeiten teilen müssen. Mit allen.

Keine drei Stunden später haben wir die Holzsäulen – die Bäume – erreicht und ziehen daran vorbei. Jetzt bin ich so weit von zu Hause entfernt, wie ich es noch nie zuvor war.
Hinter diesen Holzsäulen folgen weitere, höhere, und sie werden immer zahlreicher. Yerabel kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, ich habe sie schon aus den Augen verloren, weil sie immer wieder stehen bleibt und etwas betrachtet.
Hashin ist weniger beeindruckt. Kaum ist Yerabel ausser Sichtweite, hoppelt er neben mir her.
„Mensch, ist das mühsam.“, erklärt er bei der nächsten Pause. „Die Hälfte hier benutzt die gleiche Hasengestalt, man erkennt gar nicht, wen man vor der Nase hat.“
„Ist das denn wichtig?“, gebe ich zurück. „Wir müssen uns bald mal etwas zu Essen suchen, das ist ein etwas grösseres Problem, findest du nicht?“
Hashin zuckt mit den Schultern. „Hast ja recht.“
„Wahrscheinlich legen wir demnächst eine grössere Pause ein und gehen jagen…“, überlege ich.
„Oder wir finden etwas.“, meint Hashin. „Es wird immer wärmer, merkst du das? Ich habe gehört, in den wärmeren Gebieten wachsen essbare Pflanzen im Überfluss.“
„Zurzeit scheint jeder irgendwas über die weite Welt gehört zu haben.“, antworte ich nur. „Wer weiss schon, ob das auch stimmt?“
„Wir werden sehen.“
„Ja…“, murmle ich, „das werden wir.“
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Alinea »

Shékkel

Lacrima redet wieder mit Ryiah und der anderen Elfe, die hier anscheinend auf die Bibliothek aufpasst. Langsam wird es langweilig, ich verstehe sowieso nichts, also widme ich mich der Treppe, die sich der Wand entlang spiralförmig nach oben schlängelt. Von ganz zuoberst sehen die Elfen hier unten bestimmt ganz klein aus.
Ich komme nicht dazu, es auszuprobieren, denn kaum habe ich eine Windung erklommen, ruft Lacrima mich zurück: „Shékkel, komm wieder runter. Wir müssen weiter.“
„Gehen wir schon zurück?“ Statt die Treppe herunterzugehen, springe ich einfach die zwei Meter auf den Boden.
„Nein, ich muss noch jemanden besuchen.“, erklärt Lacrima. „Aber dann gehen wir.“
„Okay.“, mache ich und gehe voraus durch die Tür. „Zu wem gehen wir?“
„Zu Neami.“, erklärt Lacrima, während wir durch die Tür treten. „Sie ist eine Priesterin und Ryiahs Stellvertreterin.“
„Und sie kennt das Geheimnis?“
„Ja, natürlich. Alle Elfen wissen davon.“
„Und du kannst es mir wirklich nicht sagen?“, bohre ich nach. „Ich werds auch nicht weitererzählen.“
Lacrima schüttelt nur den Kopf. „Das geht nicht. Es gehört zu den Gesetzen der Elfenwelt.“
„Oh.“, mache ich.
Den Rest des Weges schweigen wir. Wir überqueren den Platz, gehen am Brunnen vorbei, in den Itaga einmal fast hineingefallen ist, und halten dann vor einem kleinen Haus.
„Wohnt hier Neami?“, frage ich.
„Ja. Ich hoffe mal, dass sie mittlerweile daheim ist.“
„Es ist doch mitten in der Nacht.“, merke ich an.
Lacrima lächelt. „Neami ist Priesterin. Sie nimmt immer am Abendfest teil.“
„Ach, ist das da wo die Elfen gesungen haben?“, frage ich nach.
„Genau.“, nickt Lacrima. „Das dürfte aber mittlerweile vorbei sein.“
„Vey valenaye al meyn?“, erklingt es hinter uns, und wir drehen uns gleichzeitig um. Eine Elfe steht auf der Strasse.
„Lacrima.“, sagt sie jetzt. „Vuenen necan.“
„Selluyan.“, antwortet die Angesprochene. „Ya, ney valenaye al veyn, ayeraye verellan…”
Die Elfe, die Neami sein muss, nickt und öffnet uns die Tür, vor der wir gerade stehen. „Enallinayu!“



Lacrima

Nach dem, was Ryiah erzählt hat, besitzt Neami die Antworten, die ich suche.
Die Priesterin führt uns in ihr bescheidenes Heim und setzt uns an einen Tisch. „Vey valenaye iya emaya?“
„Ne, caesan.“, lehne ich ab; wir sind nicht hier, um etwas zu trinken. „Ryiah meyn lleycaya ce vey saisaye iya duj fianiman Ysah?“
„Ysah…“, wiederholt Neami nachdenklich. „Ysah. Ylleyillceya nejeane. Siya dicaye… fie. Ya?“
„Nesaisaye…“, mache ich nur und zucke mit den Schultern. Ich bin nicht einmal auf die Idee gekommen, dass Ysah ein altes elfisches Wort sein könnte. „Siyay fianiman emaye fivuena…“
Plötzlich reisst Neami die Augen auf. „Emaye fivuena?“, wiederholt sie. „Mey cunanaye siyay fianiman.“
„Vey cunanaye?“ Das sind doch mal gute Neuigkeiten. „Viyel?“
„Vendan… yi cemanajn? Meyella enallinaya en ylleymayvillan. Lley ayeraya la fianiman en seney. “
„Viya?“ Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ein Mensch hat den Dämon in sich?
„Cay… viyey senaye la meyella?“, will ich wissen.
„Nesaisaye…“, antwortet Neami zu meiner Enttäuschung. „Ney la diruellinaya.“
Also könnte er weiss Gott wo sein… „Le dujsriyayu.“, verlange ich.
„Mmmh…“, überlegt Neami. „Senaya nalluyceville… senellede… rivaya nimayan neyllemnayllen…“
„Cay cinvarvan?“, frage ich nach. Die Person, die Neami da beschreibt, kommt mir nur zu bekannt vor…
„Ya, cerelle.“, bestätigt Neami. „Des viyey vey saisaye?“
Statt zu antworten, seufze ich nur tief. Toll gemacht, Chera.
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Coragna »

Kha'Tschirik

Als ich wieder die Augen öffnen kann, liege ich noch immer in dem Zimmer mit den viele Pflanzen. Huna ist allerdings verschwunden, nur der Elf ist noch da und pafft eine Pfeife. Ich erhebe mich und schwanke erst noch ein bisschen.
„Huch, du bist aber schnell wieder da.“
„Ja, ich habe zwei Elementkrieger getroffen, da musste ich nicht noch erst irgendetwas nachlesen muss.“
„Du hast welche getroffen?“, fragt er staunend.
„Ja, habe ich. Die des Giftes und die des Lichts. Wir haben uns im Mondlichtküstendorf verabredet.“
„Dann wirst du also bald aufbrechen?“
„Ja, ich denke schon. Morgen früh vermutlich. Ich muss mehr über mich selbst herausfinden... und ich habe kein anderes Ziel.“
„Das Mondlichtküstendorf ist aber ziemlich weit weg, das weißt du, oder?“
„Ja, ich wollte im Elloralager auf einem Schiff mitreisen.“ Auch wenn ich davor ein bisschen Bammel habe, ich habe noch nie ein richtiges Schiff gesehen. Ein kleines Boot, mit dem wir im Sommer auf dem See fahren und fischen. Im Winter ist der allerdings zugefroren. Schmerzlich denke ich daran, dass er bald auftauen wird. Wird sich eigentlich eine neue Heilerin finden? Hoffentlich. Ich will nicht, dass mein Stamm stirbt. Mein alter Stamm.
„Weißt du wie ich dorthin komme?“, frage ich Mijeary. Er denkt kurz nach, dann beginnt er in einem der Stapel von Dokumenten zu kramen, bis er eine Karte in der Hand hält. Sie zeigt die Eiswüste, und das Stück darum. Auf der linken Seite ist das Elloralager eingezeichnet.
„Das beste wäre, wenn du dir ein Reittier besorgen könntest. Du hast Glück, es soll morgen auch aufhören so zu stürmen.“ Ich frage gar nicht erst, woher er das weiß. „Dann musst du dem Weg folgen. Ich denke auch, dass Grisha morgen zum Elloralager aufbricht, wenn du morgen früh aufstehst, wirst du ihn sicher begleiten dürfen.“
„Vielen Dank, Mijeary.“
„Ich wünsche dir viel Glück, Elementkriegerin.“
Ich mache mich auf den Weg zurück zu Huna, den ich glücklicherweise ohne Probleme finde. Rhenije ist schon schlafen gegangen und ich erzähle ihm leise meinen Plan zum Mondlichtküstendorf zu reisen. Er nickt und meint dann: „Ich hoffe, dass du deine Bestimmung finden wirst.“ Ich danke ihm für den Aufenthalt, dann gehen wir schlafen.

Todmüde wache ich am nächsten Tag auf. Gestern war ein anstrengender Tag, doch ich muss los, bevor ich Grisha verpasse. Huna steht mit mir zusammen auf und gibt mir noch etwas zu essen. Zum Abschied schüttelt er mir die Hand und wünscht mir viel Glück. Ich denke, ich werde ihn vermissen. Er war eine der wenigen Personen, die jemals nett zu mir waren.
Draußen ist noch keine Menschenseele zu sehen. Ich laufe zu dem Haus von Mijeary, kann aber nur dunkel in den Fenstern sehen und ich will ihn nicht aufwecken. Er hat allerdings Recht gehabt, es schneit kaum noch, trotzdem reicht mir der Schnee bis über die Knöchel.
Eine kurze Weile später, als ich schon zu befürchten beginne, dass ich Grisha verpasst habe, taucht schließlich ein kleiner, grummelig aussehender Mann auf, mit einem Esel, der einen Wagen mit vielen verschiedenen Gütern zieht, auf. Ich gehe ihm entgegen. „Entschuldigung, bist du Grisha?“ Er schaut auf und betrachtet mich. „Ja, der bin ich.“
„Mein Name ist...“ Ich stelle mich vor und erläutere mein Anliegen. Für ihn stellt es überhaupt kein Problem dar, er lässt mich sogar in seinem Wagen sitzen. Ich bedanke mich überschwänglich und die Reise in die Ferne geht los. Ich schlafe jedoch sehr schnell ein.
Ich werde von der Ankunft im Elloralager geweckt. Es sind hier schon einige Menschen unterwegs, die geschäftig herumlaufen und Waren tragen. Ich steige vom Wagen und verabschiede mich von Grisha, dann schaue ich mich um. Schnell finde ich zum Hafen – und vor mir sind riesige Gebilde aus Holz, die auf dem Wasser zu schweben scheinen. Sind das Schiffe? Ich habe mit Ausnahme der Bibliothek noch nie so etwas Großes gesehen. Auf ihnen laufen Menschen herum, Tiere werden über breite Holzbretter auf Deck geführt. Ein Schiff fährt gerade gen Horizont.
Plötzlich rempelt mich jemand von der Seite an. „Ey, Blauhut, steh hier nicht so im Weg herum.“ Ich drehe mich zu dem Sprecher um, es ist ein finster aussehender Geselle, der etwas sehr stark riechendes raucht. Er trägt einen schwarzen Hut mit einer sehr breiten Krempe und hat deutlich sichtbar zwei Dolche im Gürtel stecken, die im Licht funkeln. Er fährt fort: „Was machst du hier, brauchst du 'ne Überfahrt oder hast du einfach nur Spaß daran dich in diesem Kostüm sehen zu lassen?“
„Doch, ja, ich brauche eine Überfahrt zum Mondlichtküstendorf.“
„Was ist da? 'n Kostümfest?“
„Nein, ich bin … war... Priesterin.“
„Ich steh nicht auf spirituellen Müll, trotzdem könnte ich dir 'ne Überfahrt besorgen, wenn du ein wenig mithilfst.“
„Uhm...“
„Nichts da, was kannst du? Also an Hokuspokus.“
„Was willst du eigentlich von mir?“
„Dir helfen und mir helfen. Naja, eher mir helfen, aber für dich springt die Fahrt dabei heraus.“ Er lacht laut auf.
„Also, was ist jetzt? Kommst du?“ Er deutet an zu gehen.
Ich zögere, aber nicht lange. Ich habe keine andere Möglichkeit.
„Ich komme“, mit langen Schritten hole ich ihn ein. „Aber wer bist du eigentlich?“
„Skotino. Ich will nicht wissen wer du ist.“
In schnellem Tempo nähern wir uns einem der Schiffe.

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Gralaer
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Gralaer »

Kreck

Dieses neue Ding sieht interessant aus, ich sehe es in meinem Element ein Schatten von einem Menschen. Unheimlich..
Er regt sich kein Stück. Ist das dieser Schatten von dem diese verrückten Mönche geredet haben?
Er scheint keine Regung zu zeigen, rein gar nichts. Kurz warten dann denke ich: "Und jetzt? Dieses Ding macht ja nichts und ich hab null Ahnung was ich damit anfangen soll."
Etwas enttäuscht blicke ich durch die Gitter auf die schlafenden Wachen. Ich blase einmal kräftig aus: "Dann eben meinen Taktiken." Mit den mikroskopisch kleinen Schatten unter der Schnur mit dem Schlüssel lasse ich die dunklen Stellen hochschnellen. Das Ergebnis ist...bescheiden...grad mal ein halber Zoll hoch ist sie gesprungen...ich versuche es nochmal und nochmal...aber die Höhe verringert sich eher...Bah ist das eine Kacke! Die Fackel! Die muss ich ausbekommen!
Ich suche mir ein schattiges Plätzchen was nah und gegenüber der Fackel ist und versuche sie mit Luftstößen zu löschen aber auch ohne Erfolg. Nun versuch ich Dinge die im Schatten liegen gegen den Fackelhalter zu werfen doch eher treffe ich die Wachen die direkt darunter schnarchen. Doch die schlafen munter weiter.
Doch andere Wachen werden von dem Lärm angelockt. "Was ist hier los?!" ruft die eine, dann sieht er die schlafenden Wachen. "Hey! Aufstehen ihr faules Pack!" Keine Reaktion. Erbost blickt die Wache zu mir.
"Was ist mit dennen? Was hast du gemacht?!" Ich zucke nur mit den Schultern: "Zu viel Wein?" gebe ich ihm als Vorschlag. "Aufstehen ihr Zwei!" Er tritt sie. Der eine wacht auf der andere kuschelt sich an die Wand.
"Öh...?" stammelt er und kriegt gleich einen Faustschlag ins Gesicht, dabei sehe ich das der Schlüssel vom Hals rutscht als er auf den Boden aufprallt. Meine Freiheit klirrt zu Boden und rutscht in Richtung Schatten.
Keiner der beiden hat das bemerkt, sie sind jetzt damit beschäftigt sich die Köpfe einzuschlagen.
Der Schlüssel der jetzt im Dunkeln liegt kriecht langsam durch die Schatten bis vor mein Gitter. Hastig schnapp ich ihn mir und öffne das Schloss. Die zwei Prügelknaben merken nichts davon.
Schnelle Schritte bringen mich an die Treppe die mich hier rausführt. Doch der erste Schritt löste die Falle wohl aus denn plötzlich erwacht auch die andere Wache: "Was ist das für ein Lär...Hey! Er flieht!" Mir großen Schritten hechte ich die Treppe rauf. Die Rauferei klingt unten ab und man hört das klappern der Rüstungen die sich eine Treppe raufdrängen.
Die erste Tür die ich sehe öffnet sich mit einem Tritt gegen den Henkel. Ich lande direkt im Speiseraum der Königsritter. Und er ist nicht leer...sie schauen mich verdutzt an, doch erst als sie merken das sich versuche zu fliehen bin ich schon wieder weiter. Noch mehr Geklapper verfolgt mich.
Die nächste Tür öffne ich vorsichtig...ein weiterer Gang wo links und rechts sich Türen reihen. "Bitte...Bitte nicht die Schlafzimmer." presse ich heraus. Eine Tür öffnet sich und ein Mann im Leinenhemd spickt heraus. Er muss das Geklapper gehört haben. Bevor sich die nächsten zwanzig Türen öffnen trette ich die Tür des einen Schlafritters wieder zu und renne den Gang durch. Nach dem Gang folgt die Haupthalle in der zum Glück nur zwei Ritter und sonst zehn Zivilisten herumlungern. Aber ich brauche mein Zeug noch.
Völlig außer Atem schaue ich mich nach hinten um. Die Ritter hab ich erstmal abgehängt.
Ohne das mich die zwei Ritter sehen schleiche ich mich durch die Räume die von der Halle aus betretbar sind.
Erst im Dritten Raum in denn ich spicke sehe ich einen Soldaten der grad dabei ist meine Waffen und den Mantel wegzuräumen. Von hinten trete ich im kräftig in den Hintern. Er schlägt sich den Kopf an und bleibt ohnmächtig.
Mein Zeug schnapp ich mir und sehe nebenher was sonst noch so daliegt...Waffen, Kleidung Ringe, Ketten, Schmuckstücke und sonst ein Kram den man mit sich trägt. Doch das Schlagen der Rüstungteile hinter mir wird lauter. "Hier lang!" höre ich rufen. Schnell stürme ich wieder raus und finde mich in einem Kreis aus Rittern.
"Das nenn ich Pech." drücke ich aus meinem Mund hervor. Sie zücken die Schwerter.
"Zwanzig gegen einen? Ihr seid ja ritterlich..." provoziere ich. Ich streife mir meinen Mantel um. Mein Schwert aus Flarakrium griffbereit.
Aus der Meute tritt der Eisenmann wieder hervor. "Eisen...stärker als alles!" Der Hauptmann plustert seine Muskeln aus. "Pass auf das deine Rüstung nicht auseinander springt." Verärgert blickt er auf mich herab.
"Männer! Versucht ihm lebend zu bekommen, Wir brauchen ihm zum Verhör!"
Zwanzig gegen einen...Feiglinge...ich muss...
Auf meiner Haut bilden sich rote Schuppen und Krallen sprießen an den Fingern. Mein Kopf verformt sich nach vorne.
Meine Zähne werden spitz und die Augen tief schwarz.
Die ersten Ritter schrecken zurück und rennen davon. Nur der Eisenmann blickt bitter auf mich. "Ha!" stoßt er hervor. "Eine Echse! Wortwörtlich!" grinst er und zückt seine Klinge. Doch kaum hat er das getan flitze ich mit Echsentempo durch seine Beinen und durch den Ausgang dahinter.
Draußen erschreckt sofort ein Geschrei aus Kinder, Frauen und Männern. Flink krieche ich weiter in Gassen und kletter dort die Wände hoch.
Auf dem flachen Dach mache ich Pause und versuche wieder die normale Gestalt zu bekommen.
"Ich hasse das...meine Kleidung ist aufgerissen!"
Faal sosin se laas!

ItashaOtaku
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von ItashaOtaku »

Dimir

Wir konnten uns endlich mit den anderen Elementkriegern zusammenschliessen. Auf diese Weise kann ich Informationen über sie sammeln...für die CM aber auch für mich. Vielleicht hat einer von ihnen ja eine Fähigkeit, die so sehr zu meinem Vorteil sein könnte, dass ich diese den CM besser verschweige...

Einige Zeit später verlässt uns Kreck zusammen mit ein paar Rittern. Ich denke, er wird das schon schaffen. Mein ehemaliger Waffenbruder lässt sich doch nicht von ein paar Rittern in die Schranken weisen. Wir werden uns sicher bald wiedersehen, vielleicht sogar als Verbündete. John...was machst du in diesem Moment wohl gerade?

Und auch Darkis und Arachne...ich frage mich, was aus den beiden geworden ist.

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Gralaer
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Gralaer »

Kreck

Ich spicke hinter der Mauer hervor, ich sehe mehrere Soldaten umherlaufen. Befehle werden über Handzeichen gegeben. Nicht blöd...so kann ich nicht wissen wo es für sie hingeht.
Sobald die Gruppe Königsritter hinters nächste Ecke marschiert sind schaue ich mich nochmal um und renne dann zum Gebäude des Hehlers.
Drinnen entdecke ich ihn sofort, so wie er mich.
"Jeff, was ist passiert deine Kleidung..." fängt ihr an doch ich unterbrechen ihn gleich. "Nimm sie ich brauch dringend Neue."
"Äh oke...." er wirkt überrascht. "Da hinten findest du was." und zeigt dabei in eine Ecke voll Regalen in dennen sich Kleidung häuft.
Flink suche ich mir passende Sachen raus. Vorerst unscheibare Kleidung: Dunkles Lederhemd und weite Stoffhose darunter noch ein weißes Hemd dann noch ein paar neue Lederstiefel und einen Kapuzenmantel. Vorerst sollte ich untertauchen.
Apropo untertauchen. Ich schaue nach Heck, der sich nicht finden lässt und vergreife mich dann an seiner Kasse dann stelle ich mich an die Holzregale und schaue mir den Kram an den er hier verhökern will.
Dabei sehe ich ein merkwürdig schimmernde Kugel. Bei dem Einblick fliegt mir auch wieder diese Kugel von Lacrima ein. Aber das hier ist billiges Glas mit irgendeinem Gemisch von Irgendetwas. Egal magisches Zeug interessiert mich so oder so nicht. Diese blöden Kinder benutzen sowas...diese "ach so tollen, legendären" Elementnarren.
Was die wohl grad machen? Bestimmt suchen sie sich den nächsten Trottel auf dem sie rumhacken...blöde Kinder.
"Was ist passiert? Du siehst ja ganz schön verändert aus." fragt Heck plötzlich hinter mir.
"Es ist auch einiges passiert...deine Kette zum Beispiel hat mich in Probleme gebracht. Und hier." Ich reiche ihm meine zerissene Kleidung. Meine Dolche und mein Schwert so wie der Rest der Inhalte meiner Taschen nehme ich an mich und verstaue sie in eine Reisetasche die ich schnell mal mitgenommen hab.
Mein Schwert hänge ich an den Gürtel.
"Diese Tasche ist das nicht meine?" fragt er plötzlich.
"Nein. Aber..." ich greife in die Tasche und fische einige Münzen raus. "Zerrissene Kleidung tut sich nicht gut verkaufen, deswegen hier." Und reiche ihm die knapp 50 Gold. Er schaut erstaunt rein. "Das ist...großzügig das kenn ich gar nicht von dir..." Doch bevor er diesen ganzen Betrug kapiert bin ich schon wieder weg.

Trotz neuer Kleidung bewege ich mich noch vorsichtig auf den Straßen und halte mich an den allgemeinen Trubel der Nachmittags in den Straßen herrscht, nebenbei stibitze ich noch etwas Gold aus den Taschen der Straßenwanderer.
Doch wohin jetzt, die Welt zu retten wird wohl nichts mehr. Ich sollte wieder zu john zurück aber wo ist er jetzt?
Ich hab keinerlei Anhaltspunkte. Sie sind mit einem Schiff weg, also vielleicht Melanathos?
Melanathos ist groß...also wo anfangen? Vielleicht finde ich Hinweise hier im Mondlichtküstendorf, es ist eine Hafenstadt von daher wäre es nur wahrscheinlich das ich hier etwas darüber herausfinden kann wo ein gestohlenes Schiff aus der Flotte von Freddi ist.
Moment! Dieses neue Anwesen gehört einem Schiffsbauer. Kurz kreisen sich meine Gedanken.
Naja es ist zumindest ein Ziel und in diesem Haus soll es wirklich gute Beute geben, wenn ein einfacher Dieb eine solche Kette stehlen kann.
Mir fällt ein ein guten und lohnenswerten Einbruch hatte ich schon lang nicht mehr.

Das Anwesen thront auf einem kleinen Hügel, wie ein Wächter über die Stadt. Es ist umzäunt von einer dicken Pflastersteinmauer, stabil aber auch leicht zu erklimmen.
Faal sosin se laas!

Ryokina
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Ryokina »

Ryokina`s Traum

Ein bunter Strudel aus Farben entsteht und lichtet sich schließlich zu einem Bild. Es ist abend. Ich sehe mich, noch vor ein paar Jahren, wie ich auf meine Eltern zu renne. So sehen sie also aus…. „Mamma, Mamma, darf ich zu Lizzy?“ „Nein, Harasa, du weißt doch, dass du abends nichtmehr weg darfst, vorallem, seit dein Onkel verschwunden ist. Schließlich ist es gefährlich und du bist noch nichtmal 10.“ „Naaaaaagut.“ Plötzlich ertönt lautes Gebrüll und kräftige Männer mit Messern tauchen hinter dem nächsten Hügel auf. „Renn!“, schreit meine Mutter. Mein anderes Ich rennt hinter ein Fass und ich sehe, wie die Räuber ihre Messer zücken. Meine Eltern… stehen einfach nur da? Tatsächlich! Sie stehen still da und lächeln, lächeln einfach so den Räuber in der hintersten Reihe ganz links an. Plötzlich überkommt mich eine unbändige Wut! Was isst mit mir??? Denken sie nicht mal an mich? Daran, dass ich vielleicht kein Waisenkind wäre, wenn sie fliehen würden? Weil sie überleben?!? Doch dann sagt meine Mutter etwas Seltsames. „Gott vergebe dir Rashid.“ Hä? Der Räuber, den sie angelächelt hat schreit auf, stürmt vor und zerschlitzt ihnen beiden die Kehlen, sodass das Blut in alle Richtungen spritzt.

Meine Mutter sinkt auf die Knie und gurgelt etwas. „Ho-entlich-s-en-wir-un-wie-der“, ein Gluckern, „Him-“ Dann ist sie tot und fällt vornüber. Was wollte sie sagen? Himmel? Ich check nicht, was sie meint. Rashid wird wegen dem Satz richtig wütend und sticht die ganze Zeit auf meine Mutter ein. „Ver-damm-te Chris-ten!“ Verdammtes Arschloch!!!, will ich ihm zuschreien, aber er hört mich wahrscheinlich eh nicht. Er sticht solange auf sie ein, bis er vor Anstrengung keuchen muss. So viel Blut… Er geht zum Fass und hebt mein anderes Ich hoch, dem Tränen über die Wangen laufen. „Onkel Rashid! Wiesoo-o-o-ooo?“, schreit sie, von den kräftigen Schluchzern durchschüttelt. Dieses Arschloch ist mein Onkel??? „Das verstehst du nicht!“ Er dreht sich um und erst jetzt bemerke ich die Gestalt hinter ihm. „Bitte töte sie nicht. Sie ist meine Nichte und glaubt nicht an diesen Schwachsinn, denn sie wollten ihr erst diesen Schrott erzählen wenn sie 10 ist.“ Dieses Arschloch, es hätte mich töten sollen. Er hebt mein anderes Ich hoch zur Gestalt und diese packt mich und wirft mich sich über den Rücken. Dann schlägt er mir auf den Kopf. Das Bild verschwimmt und ein neues entsteht. Mein anderes Ich liegt auf dem Boden, die Hände gefesselt, die Augen verbunden. Wir sind in einem grün schimmernden Raum.‘ Mamma, Papa, sind sie wirklich tot?‘, schießt es mir durch den Kopf. Arrgh, was? Und dann, dann höre ich diese Stimme. `Torsiones et dolores, sna, oblitus es, qui te viderunt, et scitis.‘ Und dann kommt ein Schmerz, so stark, dass ich auf die Knie falle. Verkrampft zuckend liege ich auf dem Boden und schreie mir die Seele aus dem Leib. Dieser Schmerz! Er will einfach nicht aufhören! Und dieser Typ, lacht! Lacht und will einfach nicht aufhören. Ich hab Kopfschmerzen, Bauchweh, alles zusammen! Wird das jemals aufhören?

Rin
Als ich aufwache, geht gerade die Sonne auf. Das ist so wunderschön… aber irgendetwas, irgendetwas ist hier falsch. Hier ist etwas, das nicht zu diesem Anblick passt. Das Wimmern. Ich schaue mich um, stehe auf und gehe in die Richtung des Wimmerns. Schließlich bleibe ich vor der Neuen stehen. Wie hieß die nochmal? Ah, genau! Ryokina. Sie liegt auf dem Boden, zusammengekrampft und zuckend. Und eben wimmernd. Ist das normal?


Tipp: Es ist eine Traumstarre, also kann ihr Kha`Tschirik als einziges helfen.

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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Gralaer »

Clok

Ich bastle gerade an einem Nussknacker, als die Tür hinter mir aufschlägt und Flinko einstürmt.
„Anklopfen?“ antworte ich rasch und kräftig.
„Ich brauch ganz schnell dieses...ähm Ding!?“
„Äh? Was für ein Ding?“
„Ähm Fern...brille oder so? Fernröhre? Ach das Ding wo man ins Ferne kucken kann.“
„Fernglas...spannst du wieder?“ frage ich nach während ich in der Kiste nach dem Fernglas suche.
„Ähm...Neeeiin?“ lügt er.
„Hier hast du...und lüge jemanden anderes an, Trottel...“ Ich reich ihm das Fernglas und schlag ihm, bevor er es packen kann, gegen den Kopf. „Au, musste das sein?“ protestiert er.
„Ja du Spanner...hast du denn noch nichts aus deinen Fehlern von früher gelernt, man hat dich fast gehängt. Vergessen? Oder bist du einfach nur blöd und närrisch?“
„Haha, beides zugleich mein Freund. Für schöne Rundungen würde ich sterben!“ und läuft lachend weg. Kindskopf...
Plötzlich merke ich das der Nussknacker weg ist. Er liegt wohl in der Kiste hier.
Beim suchen fallen mir wieder einige Dinge ins Auge die ich vor langer Zeit mal gebaut habe.
Wie den Blätterschmied oder die Stoppuhr. Lustige Dinge. Jetzt soll ich Werkzeuge für die Folter bauen...eine große Wendung...eine traurige Wendung.
Die meisten sind für Claudia...schrecklich...als würde ich sie foltern.
Und dagegen wehren wäre töricht...es laufen Gerüchte umher das John Flarakra getötet hat weil er sich für Claudia eingesetzt hat. Er war ein törichter Ehrenmann, aber ein...rechter Kerl.
Ich weiß nicht mal warum John weiterhin sie foltert, nicht mehr so schlimm wie anfangs, aber wir haben schon Informationen bekommen wo die Rüstung jetzt seien soll. Hier im Elloralager soll sie sie versteckt haben.
Dann sehe ich wieder den Nussknacker. Zum Glück ist der nicht für Claudia.
Er soll einfach nur die Nussknackerei erleichtern.
Zuerst legt man die Nuss zwischen zwei Druckplatten, diese drücken die Nuss durch einen Hebel, aber nur so stark das die eigentlich Nuss nicht zerstört wird. Eigentlich sehr simpel aber dennoch genial.
Ich ziehe die letzten Schrauben und Muttern noch an und öle die Mechanik nach, dann ist es endlich fertig.
Ich greife mir einige Nüsse aus der Schale und teste ihn an der ersten Walnuss.
Durch viele Zahnräder kann man denn Hebel mit erstaunlicher Leichtigkeit betätigen, und die Nuss knackt trotzdem. Das könnte selbst Flinko hinbekommen und Humbik kann die Nüsse so oder so mit seiner bloßen Hand knacken. Die Gerätschaft lege ich zur Seite. Ich sollte was essen.
Ich trete aus meiner kleinen Werkstatt aus und begebe mich zur Küche die gleichzeitig der Speiseraum ist, aber im Moment können wir uns nicht mehr leisten als eine kleine Hütte die am Rand vom Elloralager liegt. Ein kleines Drecksloch, wie wir es nennen.
In der Küche sitzen schon Humbik und Jiff. Die Zwei merkwürdigsten von uns.
„Clok!“ brüllt Humbik. „Nicht so laut, Bärchen!“ zischt Jiff.
„Clok.“ flüstert Humbik. Jiff klatscht sich mit der offenen Hand gegen die Stirn.
Ich geselle mich zu ihnen. „Was gibts?“ frage ich.
„Hast du es schon gehört, John hat jetzt die Rüstung wieder bekommen.“ beginnt Jiff.
„Wirklich? Das ist doch gut!“ Doch die Zwei schauen sich an und dann zu mir.
„Er selbst hat es aber gegenüber einen von uns nie erwähnt. Also wir haben nur die Ahnung das er sie hat, Riskaso meint das.“
Meine Augenbrauen ziehen sich zusammen: „Ich versteh nicht...“
„Pass mal auf. John traut uns nicht mehr...seid Claudia. Merkst du es nicht?“
„Doch, doch aber glaubt ihr wirklich? Es war doch nur Claudia...“
„Das ist total unwichtig, es wird nur ein Weilchen dauern. Bis er wieder normal wird.“
„Vielleicht.“ beende ich.
Wir reden noch etwas. Später greife ich mir noch was zu Essen und verabschiede mich dann wieder.
Auf dem Weg nach draußen höre ich aus dem Keller ein leises Wimmern. Claudia...
Ich sollte runter gehen, nur kurz...
Langsam steige ich die alten Holztreppen hinab.
Claudia sitzt in einem abgeschlossenen Bereich der wohl eher für die Abstellung und Sicherung von großen Landwerkzeugen diente.
„Claudia?“ Das Wimmern bricht ab.
„Tut mir Leid das ich so selten komme aber...“
„Aber du ertragts nicht mich so zu sehen?“ Ihre Stimme klingt hart, früher war sie weicher.
„John ist in letzter Zeit komisch drauf.“ gebe ich zurück.
„Och ist mir gar nicht aufgefallen.“ meint sie ironisch. Ich seufze.
„Hier.“ und reiche ihr ein Stück des Brots, ich warte kurz doch als sie nicht kommt lege ich ihr es auf den Boden.
„Du weißt wenn ich irgendwas tue bin ich dran, mit John ist im Moment nicht zu Spaßen.“
„Ja, ja John ist der Mächtige! Er unterdrückt euch! Merkt das doch endlich, verdammt!“ Immer noch sitzt sie mit weg gedrehtem Kopf in der dunklen Ecke ihres Käfigs.
„Claudia... ich versteh nicht ganz wenn du die Rüstung hast oder nicht warum sagst du es nicht?“
„Weißt du was John vorhat, wenn er alle Gegenstände zusammen hat?“
„Gegenstände? Was meinst du?“
„Die Brosche, die Krone und die Rüstung. Allesamt mächtig und einzigartig. Dann noch die drei Terrissenaugen. Von beidem hat er eins die Brosche und ein Auge. Wenn er die sechs Objekte hat, dann...dann, was weiß ich, es sah schrecklich aus.“
„Wie? Brosche...Krone...Rüstung...Terrissen. Aber was will er damit wohin und wieso?“ frage ich entsetzt.
„Vergiss es Clok.“ ertönt plötzlich Johns Stimme hinter mir.
„Sie ist verrückt.“ dabei kreist er mit seinem Zeigefinger an seiner Schläfe.
„Clok!“ schreit Claudia auf. „Er hat Flara getötet! Glaub mir ich habe es gesehen!“
„Ruhe! Du hast hier kein Mitsprache recht! Verräterin!“ brüllt John.
Ich verstehe im Augenblick gar nichts mehr.
„Clok, sie hat uns verraten. Sie hat unsere Beute gestohlen das ist gegen unsere ganz einfachen drei Regeln.“ spricht er zu mir.
„John...“ fange ich an. „Was hat es mit der Rüstung, Krone und der Brosche auf sich?“
„Was wohl...Gold. Es sind Erbstücke sie haben keinen Wert außer für die Besitzer und für die sind sie unbezahlbar.“ dabei grinst John.
„Bitte Clok...“ Claudia fängt an zu weinen.
„Ruhe!“ herrscht John. „Clok geh bitte, Claudia und ich sind noch nicht fertig.“ Dabei packt er denn Nussknacker aus denn ich vorhin erst gebaut hab. Mit wird kotzübel und die Wut kocht hoch.
„John, nein!“ schreie ich voller Ärger.
„Was Clok?“ er dreht sich um und ihm fliegt eine Faust entgegen. Er stürzt und bleibt am Boden.
„Benutze nicht meine Erfindungen für deinen kranken Verstand!“ Der Zorn brodelt stark.
„Ich verstehe...“ John erhebt sich. „Hier!“ er schmeißt den Nussknacker vor meine Füße.
„Clok, es tut mir Leid...ich weiß wie ich in letzter Zeit bin aber...du weißt selbst wie meine Vergangenheit war, oft wurde ich betrogen und verraten. Ich weiß selbst nicht was mit mir geschieht.“ er hält sich den Kopf. „Es ist dieses Auge. Es fühlt sich an als übernimmt es die Kontrolle über mich.“ gesteht er mir.
„Wir sollten das Auge entfernen...“ beginne ich.
„Niemals!“ schreit er plötzlich steht auf und zückt sein Säbel.
„Gut, gut.“ ich reagiere schnell und strecke meine offenen Hände hoch.
„Argh!“ stöhnt John packt sich am Kopf und fällt wieder zu Boden, sein Säbel klirrt auf den Grund.
„John!“ Ich renne zu ihm, er ist bewusstlos.
„Scheiße!“ Ich stemme ihn hoch und trage John die Treppen rauf bis zu seinem Zimmer und lege ihn zu Bett. Ich lass ihn liegen und hole Hilfe.
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Alinea
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Alinea »

Shékkel

Schwere Schritte beben durch meinen Traum und lassen mich hochschrecken. Nervös sehe ich mich um, doch es ist nur Rin, die gerade aufgestanden ist. Erleichtert atme ich durch. Ich muss mir wieder angewöhnen, die dauernden Erschütterungen zu ignorieren, obwohl Nysni immer gesagt hat, mein Gespür sei wichtig.
Nun ja. Jetzt, wo ich wach bin, kann ich genauso gut aufstehen. Die Sonne geht gerade auf und verwandelt die flachen Hügel in einen Flickenteppich aus Licht und Schatten. Die anderen schlafen noch, nur Rin ist wach und beobachtet Ryokina.
„Morgen!“, rufe ich, dann rieche ich, dass etwas nicht stimmt. Kalte Angst liegt in der Luft, weht geradewegs von Ryokinas Schlafplatz herüber, vermischt mit Rins leiser Besorgnis.
Sofort springe ich auf und begebe mich zu ihr. „Was ist los?“ Ryokina liegt zuckend und wimmernd am Boden. „Hat sie einen Alptraum?“
„Das dachte ich auch.“, meint Rin. „Aber sie wacht einfach nicht auf. Ich wecke Lacrima.“
„Gut.“, mache ich und knie mich neben die kleine Sirene. Ihre Stirn ist schweissnass und ihre Hände sind ganz kalt. „Ryokina?“, versuche ich sie anzusprechen. „Geht es dir gut?“
Ich komme mir dumm vor. Natürlich geht es ihr nicht gut. Ihre Angst ist nicht zu überriechen und sie wirft sich jammernd hin und her.
Endlich taucht Lacrima auf. Unter ihren Augen haben sich dunkle Ringe gebildet, dennoch ist sie jetzt hellwach und kniet sich auf der anderen Seite neben die Sirene. „Ryokina, hörst du mich?“, beginnt sie und packt sie an beiden Schultern. Mühevoll drückt sie das Mädchen zurück auf ihr Lager und redet auf es ein. Das Zucken nimmt ab, doch Ryokina atmet schwer.
„Was ist mit ihr?“, frage ich leise.
„Sie wacht einfach nicht auf.“, erklärt Rin.
„Hat sie etwas Komisches gegessen?“, will Lacrima wissen. Mittlerweile sind auch Xashibel und Chera aufgestanden und drängen sich neugierig um Ryokinas zuckenden Körper.
„Nur Sachen aus unseren Vorräten.“, erinnert sich Xashibel. „Zumindest soweit ich weiss.“
„Halt sie mal ruhig.“, trägt Lacrima mir auf und ich drücke an ihrer Stelle Ryokinas Schultern zu Boden. Ihr Körper zuckt immer noch und sie strampelt mit den Beinen. „Auf… hören…“, wimmert sie.
Rin versucht, ihre Beine festzuhalten, während Lacrima nacheinander Ryokinas Stirn und Hals befühlt. „Sie hat kein Fieber“, verkündet sie dann, „aber ihr Puls rast. Ich kann mir das nicht erklären.“
„Sie riecht ganz stark nach Angst.“, werfe ich ein.
„Kann Nayena sie nicht einfach heilen?“, will Chera wissen.
Lacrima zuckt mit den Schultern. „Sie scheint nicht verletzt zu sein. Ich kann es ja mal versuchen.“

Der goldene Nebel von Nayena zieht wirkungslos über Ryokinas Körper hinweg. „Was heisst das jetzt?“, will Chera wissen.
„Dass es keine innere oder äussere Verletzung ist, dass sich keine Dunkelheit in ihr eingenistet hat und dass es auch keine handelsübliche Infektion ist.“, erklärt Lacrima. „Ich konnte ihren ganzen Körper spüren, und es scheint alles in Ordnung zu sein.“
„Gift?“, schlage ich vor.
Lacrima überlegt. „Gift verursacht meistens irgendwelche Verletzungen, die ich spüren kann… ist das nicht eigentlich dein Spezialgebiet?“
Da hat sie recht. Ich beuge mich dicht über Ryokina und züngle.
Als erstes rieche ich die beissende Angst, den kalten Schweiss und Ryokinas ganz eigenen Geruch, nach Tannen und etwas seltsam Süssem, das ich auch bei Xashibel bemerkt habe…
Ich rieche Pferd, Leder, das Brot von gestern Abend, das Salz in ihrem Schweiss. Aber kein Gift.
Schliesslich schüttle ich den Kopf. „Gift ist es nicht.“
„Was dann? Ein Fluch?“, mutmasst Rin. „Oder doch nur ein Alptraum?“
Lacrima reibt sich müde ein Auge. „Ich weiss es nicht.“, macht sie nur.
„Und jetzt?“, will ich wissen.
„Bringen wir sie zu Tegros.“, bestimmt die Elfe. „Wenn er auch keinen Rat weiss, dann müssen wir sie zum Mondlichtküstendorf bringen und einen erfahrenen Heiler suchen… allerdings bezweifle ich, dass der mehr tun könnte als wir.“

Wir beeilen uns mit dem Frühstück, und so sind wir nach einer Stunde schon wieder unterwegs. Ryokina kann nicht auf dem Pferd reiten, das Lacrima für sie gemietet hat, da sie es mit ihrem Zucken ganz konfus macht. Rin hat dann vorgeschlagen, sie zu fesseln und hinten auf Dimirs Pferd zu packen wie eine Gefangene. Eine bessere Idee hatte niemand, also haben wir es so gemacht.
Ryokinas Pferd darf dafür jetzt unser ganzes Gepäck tragen. Lacrima führt es am Zügel mit sich. Sie reitet voran, allerdings sieht sie aus, als würde sie gleich einnicken. Ich kann ihre Unruhe riechen.
Als wir gestern zurückgekommen sind, hat sie mir gesagt, ich solle schlafen gehen, es werde ein langer Tag morgen. Sie selbst hat sich aber noch lange hin- und hergewälzt, ich habe es genau gehört. Irgendwann bin ich dann eingeschlafen, aber Lacrima sieht aus, als wäre sie die ganze Nacht wachgelegen.
Chera hat es auch bemerkt. Ich reite zuhinterst, aber trotzdem habe ich gehört, wie sie zu Lacrima aufgeschlossen ist und gesagt hat: „Du siehst aus, als hättest du die ganze Nacht gelesen. Was ist denn los?“
„Konnte nicht schlafen.“, hat Lacrima geantwortet. „Also hab ich gelesen, aber das hat leider auch nicht geholfen.“
„Sag bloss, die Sache mit Kreck raubt dir den Schlaf.“, hat Chera dann gekichert. Lacrima hat nicht mehr geantwortet, aber ich konnte ihre unterdrückte Wut riechen.
A cloud of mystical dust appears, shrouding Alinea in its magic. You roll a four. The cloud dissipates and Alinea is gone.

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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Gralaer »

Kreck

Über die Mauer komme ich problemlos. Von oben springe ich in einen naheliegenden Tanne und kletter an ihr runter. Zum Glück ist das keine teure Kleidung die ich anhab.
Das Anwesen selbst ist noch im Bau aber trotzdem bewohnbar.
Wachen sind an allen Ecken und Kanten positioniert. Trotzdem verschaff ich mir Zugang, ein kleines unachtsam geöffnetes Fenster.
Diese führt mich in ein Schlafgemach. Leider nicht gerade passend, da sich gerade zwei Liebende im Bett unter der Decke kuscheln.
Wie aus Instinkt verschleire ich mein Selbst im Schatten und gehe weiter, ich bin ja nicht Flinko und bleibe.
Auf dem langen Gang draußen der mit einem verziertem Teppich ausgelegt ist setze ich meinen Diebstahl fort.
Kerzen und Fackeln umgehe ich geschickt oder lösche sie rasch wenn niemand in der Nähe ist.
Die Gemächer sind leider noch nicht voll aus dekoriert, zum Nachteil für mich, doch hier und da hat schon eine feines Mägdelein ihren Schmuck liegen lassen, doch im Moment habe ich knapp hundert Gold in der Tasche. Kein guter Raubzug.
Nach einer Weile finde ich die Gemächer die schon weitab der jetzigen Baustellen liegen, hier findet man deutlich mehr Glitzerkram veredelte Halsketten, goldene Ringe, Silberarmbänder, Rubine, Ohrringe und einige vergoldete Kelche und Kerzenhalter, schade das meine Tasche so klein ist.
Noch später finde ich die Gemächer des Besitzers dieses Anwesen, denn es ist bis jetzt das größte und schickeste Zimmer, nur nicht ganz leer.
Dieser Schnösel Schiffsbauer sitzt dort mit einer Dame. Wenigstens nicht im Bett am „kuscheln“.
„Dieses Anwesen ist groß...“ höre ich während ich im Schatten versteckt die Schränke leicht öffne und den Inhalt leere.
„Was redest du da!“ stößt die Dame empört vor. „Es ist perfekt!“ sie lacht. Oh ein Diamant! Zweihundert Gold, ich grinse.
„Ich wäre lieber wieder bei meinen Männern.“ jammert der Mann.
„Sei ruhig! Wir haben nicht umsonst so hart gearbeitet, sei froh das der König dir dies hier gegeben hat.“ Ich sehe zur Frau. Schön ist sie schon mal aber zickig und verwöhnt...und einige schöne Ohrringe... Aber nein! Zu riskant... aber die sind mindestens fünfhundert Gold wert. „Und du hast in der Tasche schon tausend!“ denke ich mit mir selbst. Tausendfünfhundert klingt besser...vorsichtig pirsche ich mich im Schatten an sie ran.
Bevor ich mir die Ohrringe greifen konnte poltert es plötzlich hinter mir, mein Kopf schnellt nach hinten, nichts...Puh. Die Zwei vor mir haben sich zum Glück nicht umgedreht.
„Diese Arbeiter sollen leiser arbeiten, so kann man doch gar nicht sein Geld zählen.“ spricht das feine Mädchen.
Doch...Moment? Wo sind die Ohrringe? Sie waren eben noch an den Ohren! Ich höre wie die Tür zuklappt. „Ist da wer?“ ruft der Mann, keine Antwort.
Vorsichtig stehle ich mich wieder aus dem Zimmer. Draußen sehe ich ein Schemen das in ein Zimmer hinein huscht. Ich folge der Gestalt in das Zimmer. Es passiert nicht selten das zwei Diebe in einem Haus sind besonders wenn es so ein Haus ist, und ich lasse nicht gern mir meine Beute vor der Nase stehlen.
Im Zimmer werde ich sofort überwältigt und ein Dolch sitzt mir an der Gurgel.
„He, zwei Diebe in einem Haus? Die Beute gehört dem der denn anderen schlägt. Wer verdient mehr?“ spricht der Mann zu mir. Er lockert denn Griff und steckt seinen Dolch zurück.
Er hockt sich auf den Boden: „Wie viel hast du geklaut? Hundert, tausend? Sieht aus wie ein Bettler...zweihundert.“
„Tausend, mindestens.“ antworte ich knapp.
„Tausend?“ er wirkt überrascht. Langsam erkenne ich ihn. Seine Vermummung und die Kapuze verraten nicht viel über sein Gesicht, aber seine schmale und kräftige Gestalt erkennt man durch die enge Lederkleidung die er trägt an der sich Dolche ketten um der Hüfte trägt er einen Gurt mit vielen kleinen Taschen.
„Du gewinnst nicht.“ spricht er weiter. „Zweitausend.“ Sein Tuch um den Mund zeigt Regungen.
Es ist ein übliches Ritual unter Dieben, wenn sich zwei in einem Haus treffen erbeutet der, der mehr geklaut hat die ganze Beute. Wer anfängt zu spielen muss sich danach auch an die Regeln halten, das passiert aber nicht oft.
Der mysteriöse Mann öffnet das Fenster im Raum und seilt sich daran runter. Er rennt ins Gebüsch und verschwindet. Ich setze den Fuß an die Fensterbank und springe drüber, der Schatten federt den Sturz ab.
Gleich hinter der Mauer wartet er wieder, er ist schnell. „Komm.“ weist er mir knapp an.
In einer Gasse packt er sich einen Stein und schmeißt ihn gezielt ins Dunkle, man hört ein Klack und eine Leiter fährt herunter. Ich folge und kletter ihm die Leiter nach.
Durch ein Fenster kommen wir in ein Dachgeschoss.
„Hier ist es sicher.“ er läuft hinter mich und zieht die Leiter wieder hoch. „Wenn die oben ist.“
Die Stube ist sehr mickrig und zugestellt mit Schränken und Regalen nur ein paar Kerzen erleuchten die düstere Stimmung hier, doch der Mann geht hier herum wie in seinem Heim.
Er bewegte sich sehr geschickt durch die kleinen Gänge die durch die ganzen Möbel enstehen.
Der Mann leert seine Taschen. Ein Haufen aus Gold und Edelsteinen breitet sich auf dem Tisch aus.
„Verdammt, er hat mehr...“ fluche ich innerlich.
„Zweitausend.“ antwortet er knapp.
„Ich pisse auf meine Ehre!“ denke ich mir und versuche meinen Dolch zu zücken, doch der ist weg. Entsetzt starre ich zur leeren Scheide.
Ich greife zum Schwert, doch das ist auch weg! „Du suchst was?“ fragt er und hebt meinen Dolch und das grüne Schwert hoch.
„Was?“ erschrocken blicke ich zu meinen Waffen. „Wie?“ frage ich.
„Leere die Tasche.“ Ich greife zu meiner Tasche, sie ist leer... „Du...du Dieb!“ rufe ich.
„Richtig...ich bin ein Dieb. “ Er löst das Tuch um seinen Mund und schlägt die Kapuze zurück.
„Ein besserer als du.“ Ohne die Vermummung hat er eine harte, dunkle Stimme.
„Aber wie? Wie hast du?“ frage ich weiter nach und lege meinen Kapuze ab.
Sein Gesicht zeigt sich im Kerzenschein, ein faltiges, erfahrenes Gesicht das mit einem Stoppelbart noch unansehnlich er wird.
„Dein Gold ist hier.“ er deutet auf seinen Haufen. „Wir haben knapp die selbe Menge.“ führt er fort.
„Ohne die Ohrringe hättest du mehr. Du bist gut, aber sehr leicht zu beklauen. Ich gewinne.“
„Den Dolch und das Schwert hab ich nicht gestohlen! Das ist dann gegen die Regeln!“ fordere ich.
Ohne was zu sagen legt er Schwert und Dolch auf den Tisch.
Ich hänge mir mein Schwert an den Gürtel und den Dolch verstecke ich wie immer unter der Kleidung.
Entrüstet blicke ich auf meine verlorene Beute.
„Erkläre mir wie? Wie hast du es hinbekommen meine ganze Beute zu stehlen.“ frag ich.
Der Mann läuft hastig durch seine Behausung und legt seine Beute ungeordnet in die einzelnen Regale und Schubladen. „Geschäftsgeheimnis.“ antwortet er kurz.
„Ich bin im selben Geschäft.“ kontre ich ihm. „Nein.“ kommt wieder eine knappe Antwort.
„Was, wieso?“ Ich warte, es scheint als würde er verwirrt herumlaufen. Und ohne Antwort bleibe ich stehen.
„Hey! Antworte!“ fordere ich.
„Du bist ein Elementkrieger, kein Dieb. Du verwendest dein Element zum Vorteil, du bist ein Betrüger in diesem Geschäft.“ bekomme ich schlussendlich als Antwort. Mich triff sie wie ein Schlag...ich? Kein Dieb? Ich...ich das kann nicht sein er lügt, er kann mich gar nicht gesehen haben!
„Du weißt es? Woher?“ stochere ich weiter.
„Im Anwesen habe ich dich verfolgt, auf Schritt und Tritt. Du solltest leiser sein.“
„Aber du konntest mich nicht sehen!“ stelle ich fest.
„Aber hören.“ Er läuft immer noch von Regal zu Regal und verstaut sein Zeug.
„Wer bist du?“ frage ich schließlich vor Neugierde.
„Gideon. Ja Gideon ist mein Name.“ Plötzlich hält er inne als würde er etwas begriffen haben.
„Ich bin Je...ähm Kreck.“
„Kreck? Ein ungewöhnlicher und einzigartiger Name.“ Er wirkt gar nicht mehr so durcheinander.
„Komm...“ fängt er an. „Ich lehre dich ein Dieb zu sein. Ein wahrer Meisterdieb!“
Sein Gesicht tritt wieder in Kerzenschein und ein ungewöhnliches lodern beginnt in seinen starren kühlen Augen.
Gänsehaut flöhst mir das ein, für wahr!
Faal sosin se laas!

Dimir

Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Dimir »

Dimir

Ryokina ist eingeschlafen und scheint herumzuzappeln. Irgendwie scheint es mir, als würde sie leiden. Sie hat ihre Arme an den Kopf gepresst und wälzt sich dauernd hin und her.

Da Albträume im Normalfalle nur zehn Minuten dauern, Ryokina sich aber selbst nach zwei Stunden immer noch im selben Zustand befindet, zücke ich meine Spritze hervor und injiziere Ryokina ein Virus, welches mich über den allgemeinen Zustand ihres Körpers informiert.

Im Gehirn Ryokinas herrscht ungeheuer viel Aktivität und auch die Herzfrequenz veranlasst nicht gerade zur Beruhigung. Das Virus teilt mir mit, dass Ryokinas Herzfrequenz bei 95 Hertz liegt. Obgleich diese Frequenz nicht unbedingt Bluthochdruck hervorrufen dürfte, so ist sie für eine schlafende Person doch sehr hoch. Ryokina scheint albzuträumen, aber nicht davon aufzuwachen. Ist sie etwa in ihrem eigenem Traum gefangen?

Ich denke nach. Wenn es anders nicht geht, werde ich eventuell den Herzschlag von Ryokina auf eine so niedrige Frequenz bringen müssen, dass für allfällige Träume nicht mehr genügend Sauerstoff für das Gehirn zur Verfügung steht. Auf der anderen Seite ist das eine absolute Notlösung. Ich sollte bei der Wahl der Frequenz sehr gut aufpassen und auf keinen Fall unter 48 Hertz gehen, da die Situation dann sehr bedrohlich werden könnte.

Aber Moment. Mir kommt da gerade eine viel bessere Idee. Ich injiziere Ryokina ein zweites Virus. Dieses nimmt zumindest die Informationen vom Gehirn an und kopiert sie dann auf mein Hirn. Gleichzeitig wird aber der Herzschlag so kontrolliert, dass er bei mir nicht über 70 Hertz steigen kann. Vielleicht kann ich auf diese Weise mit Ryokina Kontakt aufnehmen und ihr so helfen.

Ich spritze ihr das Virus ein und lege mich anschliessend neben ihr auf den Boden. Mein Puls wird immer ruhiger und ich sollte auch bald einschlafen. Wenn ich nicht mehr aktiv denke bin ich für die ankommenden Gehirnwellen sehr viel empfänglicher.

Es wird um mich herum kurz dunkel, dann sehe ich Ryokina. "Warum wachst du nicht mehr auf?", frage ich sie besorgt.

Ryokina
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Ryokina »

Ryokina

Der Schmerz geht jetzt schon seit Ewigkeiten so und will gar nicht mehr aufhören! Doch halt! Da ist etwas, ich spüre es. Die Person sagt etwas, was ich nicht verstehen kann in all diesem Schmerz. Dann, eine riesige Gedankenwelle und die Person wird weggeschleudert. Nun bin ich wieder allein mit diesem endlosen schrecklichen Schmerz. #3

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Gralaer
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Gralaer »

Kreck

Gideon starr mich an. „Also?“ hakt er nach.
„Meisterdieb...klingt wie ein ziemlich ausgelutschter Titel. So gewöhnlich, einfallslos...“ spotte ich.
Er verschränkt die Arme vor sich.
„ phantasiearm, bedeutungslos, unnatürlich...“ mach ich weiter.
„Der Titel ist nur ein Titel, nenne es wie du willst.“ unterbricht er mich unhöflich.
„Was willst du mich lehren? Ich habe die gleiche Beute wie du, und etwas weniger aber das ist doch egal.“ und füge hinzu:“Ist es nicht.“ aber das sag ich nicht.
„Nimm es an oder lass es.“ Er entfernt sich aus dem Kerzenschein und sortiert seine Sachen weiter.
Ich beobachte ihn kurz. „Wieso hast du mir meine Waffen wieder gegeben? Ich könnte dich töten.“
frage ich ihn interessiert.
Die Antwort ist ein unterdrücktes Kichern aus der Dunkelheit.
„Wirklich! Ich habe so einen...Höllenhund-Vieh getötet.“ protestiere ich.
„Höllenhund-Vieh...“ nun lacht er.
Ich zücke mein Schwert vor Wut. „Du glaubst mir nicht? Komm!“ fordere ich ihn auf.
„Du bist echt lustig.“ er lacht nur weiter.
„Im Kampf kann mich keiner schlagen.“ antwortet er nachdem er ausgelacht hat. „Selbst deine Spezialität deine Feinde von hinten zu töten. Klappt nicht, glaub mir.“ Arrogant der Kerl...aber das Risiko geh ich nicht ein, zumindest nicht jetzt.
Ich stecke mein Schwert zurück. „Du klingst sehr zuversichtlich.“ bemerke ich.
„Erste Lektion: Sei sicher was du kannst oder wer du sein kannst.“
„Ich hab nicht mal zugestimmt!“ melde ich.
„Trotz allem bist du noch hier, würdest du das Angebot abschlagen wärst du längst hinter der Tür und in den Armen einer billigen Frau im Bordell.“ merkt er an.
Ich versuche zu kontern....
„Ähm...!“ Ich hebe den Zeigefinger aber es kommt nichts...“es wäre keine Billige...“ bring ich nur raus und durch das hab ich mir wieder Gelächter eingefangen.
„Ach dann lehre mich eben...“ Ich muss zugeben die Neugierde hat mich gepackt und die Aussicht auf Gold.
„Nicht jetzt, morgen Mittags.“ Er zeigt auf ein Bett im Dunklem. Ein Strohbett mit eine Matte...
Er hat wohl gerochen was ich vom Bett halte: „Andere Diebe können sich nicht mal Stroh leisten.
Zweite Lektion: „Sei zufrieden mit dem was du kriegst oder...haben kannst.“
„Boah der geht mir jetzt schon auf die Nerven!“ denke ich mir beim aufprallen auf die Matte.
„Autsch...die ist hart.“ murmle ich.
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Alinea
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Alinea »

Xashibel

Wir kommen etwas langsamer voran, da Dimirs Pferd jetzt mehr zu Tragen hat, aber dennoch erreichen wir am frühen Abend Tegros' Turm. Es kann nur Tegros' Turm sein, es ist das einzige Gebäude weit und breit.
"Etwas einsam, nicht?", frage ich Lacrima, als wir uns nähern.
Die zuckt nur mit den Schultern. "Tegros mag etwas eigensinnig sein, und wenn er sich seinen Studien widmet, ist er lieber ungestört. Aber keine Sorge, er ist ein netter Mensch. Ich und Alucard haben eine Weile bei ihm gelebt."
Ich nicke. "Wenn du das sagst."
Beim Näherkommen erkennt man, dass die eine Seite des Turmes mit Pflanzen überwuchert ist. Steine liegen am Boden – die stammen aus der Brüstung ganz oben am Turm.
"Der wohnt schon eine Weile hier.", mutmasse ich.
"Der Turm ist älter als Tegros.", meint Lacrima. "Früher haben hier Raphael-Clanritter die Mondlichtpassage bewacht, aber irgendwann haben sie das aufgegeben – die Wirbelstürme machen ihre Arbeit ganz gut."
Mittlerweile stehen wir vor der Holztür, die den Eingang zum Turm markiert. Sie sieht aus, als wäre sie kürzlich erneuert worden. Lacrima bedeutet uns, abzusteigen, und klopft dann kräftig an.
Zunächst passiert gar nichts, und ich befürchte schon, dass Tegros gar nicht da ist. Aber dann hört man im Innern etwas poltern, Schritte tapsen auf die Tür zu und schliesslich öffnet sie sich knarrend und ächzend.

Einen grandiosen Magier hätte ich mir anders vorgestellt. Alt und ehrwürdig, wie die Magier des Konzils in Lora. Die Nase hoch erhoben, mit einer langen Robe um den Schultern.
Tegros hat mit dem nur gemein, dass er sehr alt ist. Ansonsten hätte ich ihn für einen Bauer gehalten mit seinem runzligen, sonnengebräunten Gesicht und seinen abgetragenen Klamotten. Einzig der spitze Hut mit der breiten Krempe lässt darauf schliessen, dass das nicht stimmt – auch wenn er einige Löcher und Flecken aufweist.
"Wer stört?", will Tegros wissen. Seine Stimme klingt eher nach einem Magier, voll und tief. "Oh, Lacrima. Wo kommst du denn her? Warum hast du mir nicht vorher geschrieben?"
"Hallo.", grüsst die Elfe zurück. "Wir kommen recht spontan – wir stören doch nicht?"
"Nein, nein.", winkt der Magier ab. "Im Gegenteil. Ich nehme an, du hast gehört, was mit Alucard…"
"Ja, hab ich.", unterbricht ihn Lacrima hastig. "Wir sind nicht deswegen hier."
Tegros nickt. "Jaja… aber dennoch, ich muss dir unbedingt etwas erzählen. Ich habe Nachforschungen angestellt, in einer Tempelruine an der Mondlichtküste. Ach, kommt doch erst einmal rein. Chera, Rin… wer ist denn da alles bei dir?" Tegros macht den Eindruck, als hätte er uns andere erst jetzt bemerkt.
"Das sind Xashibel, Dimir, Shékkel und Ryokina.", erklärt Chera rasch. "Ryokina ist krank. Kannst du ihr helfen?"
"Fall doch nicht gleich mit der Tür ins Haus.", beschwert sich Lacrima.
"Krank, soso…" Tegros scheint das gar nicht zu stören. Gemächlich schlendert er zu Dimirs Pferd, auf dem die zuckende Ryokina immer noch festgebunden ist. "Bist nicht du die Heilerin?", wendet er sich dann an Lacrima.
"Es ist keine körperliche Verletzung und hat auch nichts mit Dunkelheit zu tun.", erklärt diese. "Ich konnte ihr nicht helfen."
"Na.", macht Tegros. "Dann bringt sie erst einmal rein. Wir werden sehen, was ich für sie tun kann."
A cloud of mystical dust appears, shrouding Alinea in its magic. You roll a four. The cloud dissipates and Alinea is gone.

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Gralaer
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Gralaer »

Kreck

Der nächste Morgen beginnt mit harten Rückenschmerzen und einem dröhnenden Kopf.
„Hab ich gesoffen?“ denke ich mir. „Nein, das Bett.“ flüstre ich.
„Steh auf...wir haben schon sechs Uhr morgens.“ meint Gideon streng.
„Sechs?“ murmle ich erstaunt. „Lass mich schlafen, ich bin hier nicht im Sklavenlager...“ und schon landet ein Schlag auf meinem Kopf.
„Hey...!“ versuche ich hinterher zu brüllen doch er ist schon aus dem Zimmer verschwunden.
Ich ziehe mir meine Bauernkleidung über und trete in den Raum mit den tausenden Regalen.
Gideon lehnt sich gegen den Tisch und tippt ungeduldig mit den Fingern darauf.
„Der frühe Vogel fängt den Wurm, sagt dir das was? Setzt für Vogel, Dieb und für Wurm Gold ein.“
Ohne Vermummung seilt er sich dann den geheimen Durchgang hinab. Ich folge ihm.
„Menschen sind müde am Morgen.“ beginnt er unten in der Gasse.
„Sie werden unachtsam und leicht abzulenken.“ lehrt er mich. „Sieh da!“ ruft er sofort drehe ich mich, doch sehe nichts. Beim Umdrehen verstehe ich was er getan hatte, er hält wieder meinen Dolch in den Händen. Er wirft ihn hoch und fängt ihn an der Klinge und hält das Heft zu mir mit einem spöttischen Grinsen.
Gideon führt mich zum Marktplatz wo früh morgens schon gefeilscht und Angebote verkündet werden. „Sieh.“ weist er mir an. Mit einer Hand auf meinem Dolch schaue ich in die Richtung in die er zeigt. Eine alte Dame die einen kleinen Lederbeutel mit sich trägt. Ein Goldbeutel.
„Klaue es ihr und gehe zum Nächsten, wer um Mittag mehr hat kriegt die Beute.“ grinst er frech und verschwindet im Haufen von Kauflustigen.
„Das werden wir ja sehen.“ denk ich mir und bahne mir den Weg zur Alten.
Sie hat einen gewaltigen Buckel und ist halb so groß wie ich.
„Alte Dame.“ spreche ich sie an. Sie dreht sich um und gibt ihr faltiges und schrumpliges Gesicht preis...hässlich.
„Ja?“ Ihre Stimme ist kratzig und dunkel. „Wissen sie schon dort hinten gibt es gerade gute Preise bei Kartoffeln und Schweinefleisch..“ Ich deute hinter sie. Ihr Kopf dreht sich, jetzt ist die Chance.
Flink entbinde ich den Knoten und ziehe den Beutel los.
Doch da landet ein Stock auf meinen Händen und ich schrecke zurück, lass den Beutel dabei fallen.
Die Alte noch mit erhobenem Stock kichert. „Immer diese Diebe.“ Wie eine Hexe kichert sie sich fort.
Ich kanns nicht glauben...eine Oma hat mich ausgetrickst? Ich schüttle den Kopf: „Vergiss es.“
Doch sobald ich mich wieder umdrehte stand Gideon vor mir. „Die Lady zuerst.“ und blickt auf mich herab mit leichtem Spott und Ernst. „Ja, ja.“ meckre ich. Gideon verschwindet wieder.
„Die Lady zuerst.“ wiederhole ich im Kopf mit alberner Stimme.
Mit leichtem Ehrgeiz nehme ich die Verfolgung der Hexe wieder auf.
Ich sehe sie an einem Stand wo verschiedene exotische Früchte dargeboten werden.
„Eine davon.“ höre ich sie quasseln.
Ohne von der Oma gesehen zu werden pirsche ich mich vorsichtig an den Stand.
Den Goldbeutel hat sie nun mit einem kniffligeren Knoten gebunden, aber nicht unmöglich.
„Hey.“ spreche ich einen Passanten an. „Meine Oma vorne am Stand möchte das ihr, ihr helft beim schleppen. Ich bin leider zu schwach dafür.“ Von Stolz überhäuft, wie´s scheint, macht der maskuline Kerl sich gleich auf.
Sofort beginnt ein Gespräch aus Verwirrung. Ich schneide schnell den Knoten durch und lassen den vollen Beutel in meine Hand plumpsen. Doch bevor er in die Hand kommt fliegt wieder ein Stock auf meine Finger, ein stechender Schmerz durchdringt meine Hand. Schon wieder die Hexe!
„Böser Dieb.“ faucht sie kichernd.
„Soll ich ihn lehren was es heißt nette Damen zu bestehlen?“ fragt der hilfreiche Mann.
„Bitte nicht.“ denke ich mir.
„Nein, nein.“ antwortet sie hastig. „Gestohlen hat er nichts, er ist nur ein schlechter Gauner.“ und da geht das gackern weiter.
Der Kerl schaut mich finster an, verschwindet aber trotzdem.
Man diese alte Kuh! Schlechter Gauner, pah!
Auf ein Neues nehme ich die Spur der Oma auf und finde sie später auf dem nach Hause weg wie es scheint. Jetzt kommt meine letzte Möglichkeit die mir einfällt.
„Hey, sie!“ rufe ich. Sie dreht sich und kichert wieder los. „Der kleine Dieb, hi hi hi. Was will er?“
„Wissen sie, ich bin arm.“ wimmre ich und versuche einen unschuldigen Blick zu täuschen. „Und sehen sie dort hinten in der kleinen Gasse dort lebe ich unter einer kaputten Tür.“ ich deute in eine Richtung.
„wenigstens ein Dach überm Kopf.“ Die Oma schaut bekümmert rüber. Jetzt! Blitzartig zücke ich wieder den Dolch um erneut den nochmals festeren Knoten zu durchtrennen, der Beutel sackt auf meine Hand und diese schnellt hinter meinen Rücken. „Ich hoffe sie können mir verzeihen ich bin ein guter Mann gewesen und deswegen entschuldige ich mich...Tschüss“ langsam entferne ich mich von der Alten.
Wieder zurück auf dem Marktplatz finde ich gleich Gideon, der zwischen den Gassen mir zuwinkt.
„Es ist Mittag und ich habe gerade mal die Oma beklaut.“ denke ich.
„Etwas spät...“ fängt er an. „Wie viel hast du?“ Ich leere den Beutel auf eine Kiste. Zur Überraschung höre ich keine Münze klappern. Ein kleines Stück Papier fliegt heraus.
Im Augenwinkel sehe ich Gideon grinsen. „Lies.“ sagt er nur.
Ich entfalte das kleines weiße Stück und lese:

Mutter beraubt. (Ein Hacken dahinter)
G.

„Was soll das...?“ frage ich, und mit der Frage verstehe ich es auch gleich. „Das ist deine Mutter die ich ausrauben sollte?“ Gideon nickt. „Toller Sohn.“ denke ich mir und lächle.
„Für heute reicht es.“ er schaut in den Himmel. „Geh kommt später wieder.“ Ohne mir eine Frage zu gönnen taucht er unter in die Gassen. „Komischer Kerl.“ denke ich mir kopfschüttelnd.
Der Tag ist noch jung...aber ohne Gold...wird es schwierig Spaß zu haben.
„Ohne Gold.“ murmle ich und schaue in die Menge von Bauern und Handwerkern und lächle verstohlen.
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Avielata
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Avielata »

Avielata
"Dieses Bild fanden wir in einem Raum, in dem die Nekromantin die Bilder der Familie die hier zuvor gelebt hat, aufbewahrt hat." Ich blickte Belletain ob seiner Worte sprachlos an. Deswegen also nannte dieses Miststück mich Lord Dämmerzinne. Sie wusste wer ich bin und sie wusste was mit mir passiert ist. Hätte ich nur auf Isinghar gehört und sie leben lassen. Vielleicht hätte sie mir etwas erzählt.
Grübelnd stützte ich den Kopf auf meiner geballten Faust ab und starrte das Bild düster an. Niemand sprach mehr, alle hingen ihren eigenen Gedankenfäden nach. Ein lautes Knarzen durchbrach die Stille im Raum als Isinghar aufstand, mich anblickte und sich auf dem Weg nach draußen machte.
"Ich ziehe mich eine Weile zurück um die Rüstung zu fertigen, erwartet nicht mich in naher Zeit zu sehen wenn ihr nicht in der Schmiede seid." Ich nickte und stütze den Kopf wieder auf meiner Faust ab.

Isinghar
Mit langen Schritten durchquere ich den Korridor der vom Thronsaal weg und in die Minen hineinführt. Ohne meiner Umgebung viel Beachtung zu schenken laufe ich an dunklen Erzadern, Tunnel und Minenkarren vorbei. Die normale Schmiede im Burghof wäre für seine Art von Arbeit nicht geeignet. Es muss eine Schmiede auf einem Magischen Knotenpunkt sein, zwar befand sich die gesamte Burg auf einem aber die Schmiede in der Mine, welche Innerhalb der Burg lag, stand genau in der Mitte dieses Knotenpunktes und ermöglichte somit die Magischen Eigenschaften des Erzes zur vollen Geltung zu bringen.
Mit einem Ruck bliebt ich stehen und blickte mich in dem Stollen der ausgeweitet und zur Schmiede umfunktioniert wurde um. Mit geübtem Griff nahm ich einige Werkzeuge in die Hand und betrachtete sie genauer. Perfekt gearbeitet, keine Risse, keine Verunreinigung des Metalls. Diese Werkzeuge stammen eindeutig aus einer Zwergenschmiede... freiwillig hätten meine Artgenossen dieser Frau niemals unsere Werkzeuge gegeben. Leise Brummelnd sammelte ich einige Werkzeuge zusammen und reihte sie neben dem Schmiedeamboss auf.
Das magische Erz lag fein säuberlich aufgeschüttet in einer Ecke der Schmiede. Mit einigen Bewegungen entledigte ich mich meines Umhangs. Ich hatte nicht mehr so viele Muskeln wie noch vor einiger Zeit jedoch traten noch immer die Muskelstränge unter meiner Haut hervor. Ich holte noch einmal tief Luft und begann mit meiner Schmiedearbeit.
Scheiß auf Schule, ich werd Elementkrieger!

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Alinea
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Alinea »

Nur ein klitzekleiner Megapost #2 Wird Zeit für einen ordentlichen Plan.


Shékkel

Anspannung liegt in der Luft.
Rin nippt an ihrem Tee, Xashibel tappt mit dem Fuss auf den Boden. Tapp-tarapp-tap.
Chera gähnt ausgiebig und schlägt ihre Beine übereinander. Ich ringle mir eine Schlange um den Arm, um die Hand, um die Finger. Dann gähne ich ebenfalls.
Irgendwann seufzt Xashibel, und dann öffnet sich endlich die Tür zum Nebenzimmer. Nacheinander treten Tegros, Lacrima und Dimir heraus. Ryokinas Angstgeruch schwappt ihnen voran und füllt den ganzen Raum aus.
"Und?", will Xashibel sofort wissen.
Tegros schüttelt den Kopf. "Es ist mir ein Rätsel. Eigentlich müsste sie gesund sein. Es ist, als würde sie träumen und nicht aufwachen, das ist mir noch nie untergekommen…"
"Und jetzt?", frage ich. Ryokinas Angst schnürt mir die Kehle zu.
Wieder schüttelt der Magier nur den Kopf. "Sie ist nicht in Lebensgefahr, soweit ich das beurteilen kann. Vielleicht könnt ihr sie nach Lora bringen…"
Lacrima seufzt. "Mit den Magiern bin ich fertig. Wir können nichts tun, ausser sie mitzunehmen und vielleicht im Mondlichtküstendorf einen Heiler zu suchen."
Rin setzt ihre Tasse ab. "Dann machen wir das. Aber jetzt sollten wir darüber reden, warum wir eigentlich hier hergekommen sind."

Lacrima nickt und tritt zu dem Tisch, an dem wir alle sitzen. "Genau.", bekräftigt sie. "Tegros, wir brauchen deinen Rat. Irgendwelche uralten Geister namens Cantata Mortis versuchen…"
Weiter kommt sie nicht. "Cantata Mortis?", unterbricht Tegros die Elfe. "Die Sänger des Todes? Was ist mit ihnen?"
"Sie sind wiedererweckt worden.", erklärt Lacrima knapp, "Und jetzt…"
"Aber das ist unmöglich!", erklärt Tegros vehement. "Wir haben die Beschwörungsformel zerstört. Die Cantata Mortis können nicht erweckt worden sein…"
"Zerstört?", wiederholt Lacrima perplex. "Aber…"
"Lass mich erklären.", beginnt Tegros. "Vor einem knappen Jahr sind ich und Alucard auf eine unterirdische Tempelanlage am Mondlichtküstendorf gestossen. Sie weckte mein Interesse, denn unter den Inschriften an der Wand fanden sich einige interessante magische Formeln. Und, nun ja, nach einer Weile sind wir auf einen Raum gestossen, in dem besonders besorgniserregende Formeln verzeichnet waren…"
"Was für welche?"
"Warte…" Tegros wendet sich um, hin zu dem Regal, das die ganze Rückwand seines Wohnzimmers einnimmt. Kurz kramt er zwischen verschiedenen Rollen herum, dann zieht er einige hervor.
"Hier.", verkündet er und entrollt eines der Blätter. Es sieht ganz schmutzig aus, aber man kann darauf einige seltsame Zeichen erkennen. "Das habe ich von der Wand in diesem Raum abgepaust. Es ist eine Schlüsselformel – die Art Zauber, die Siegel löst – aber sie wurde verändert. Hier, dieses Zeichen… es ist ein Beschwörungszeichen. Das ist die Formel, mit der die Cantata Mortis aus ihrem Siegel befreit und erweckt werden.", verkündet er schliesslich. "Zumindest ein Teil davon."

Interessiert betrachtet Lacrima das Blatt. Dann wendet sie sich an Tegros. "Und ihr habt diesen Raum zerstört? Du und Alucard?"
Tegros nickt. "Ja, wir und dieser Junge… Cydhra, genau. Der war ebenfalls dabei."
"Und wer ist das?", hakt die Elfe nach.
Der Magier überlegt kurz. "Wir haben ihn im Tempel aufgelesen. Ich glaube, er war eher zufällig da, aber er wusste einiges über die Cantata Mortis, also habe ich ihn aufgefordert, das niederzuschreiben… wo hab ich denn…" Wieder kramt Tegros in seinem Regal und holt weitere Rollen hervor. Sie sind mit krakeligen Zeichen vollgeschrieben.
"Das sind die Papiere, die er beschrieben hat.", erklärt Tegros. "Da steht hauptsächlich drin, dass er auf eine geheime Organisation namens Rachiì gestossen ist, deren Ziel es ist, die Cantata Mortis aufzuwecken."
"Rachiì…" Xashibel lässt sich das Wort auf der Zunge zergehen. "Kennst du die, Lacrima?"
"Nie gehört.", antwortet diese, während sie die handgeschriebenen Rollen überfliegt. "Hier steht was: '…erhielt den Auftrag, zusammen mit dem Novizen Laku eine Gruppe Rachiì ausfindig zu machen. Angeblich planten sie einen Anschlag…' und dann weiter unten: '… In dem Lagerhaus, das der Wirt beschrieben hat, fanden wir drei Rachiì-Anhänger. Wir erkannten sie sofort an ihren weissen Mänteln mit den braun-roten Emblemen.' – Warte mal." Sie legt die Papierrolle weg und kramt in ihrer Tasche. Dann fördert sie einen Fetzen Stoff zutage. "So etwas hier?"
Sofort wallt mir ein ekliger Geruch entgegen. Der Stofffetzen stammt vom Umhang einer der Leichen, die wir im Tempel am Mondlichtküstendorf gefunden haben. Der Stoff ist schmutzig, war aber bestimmt einmal weiss, und an einem Rand sind einige braune Schnörkel eingestickt.
"Ich habe nie einen Rachiì gesehen", murmelt Tegros, "aber das passt zumindest auf die Beschreibung."
"Dann sind die Rachiì tot.", schlussfolgert Lacrima. "Zumindest die meisten."
"Ich vermute auch, dass sie die Formel nicht gefunden haben.", konstatiert Tegros. "Wir waren mehrere Tage lang in diesem Raum, haben aber keine Rachiì entdeckt – und laut Cydhra waren sie immer noch im Tempel auf der Suche. Sie können die Formel nicht haben."
"Was ist mit deinen Aufzeichnungen?", will Xashibel wissen. "Hast du sie jemandem gezeigt?"
"Niemandem ausser euch.", erklärt Tegros. "Oh, und Alucard – er hat mir geholfen, sie anzufertigen. Aber er wird es nicht gewesen sein."
Rin nickt. "Aber die Cantata Mortis wurden erweckt, also muss jemand die Formel gekannt haben.", überlegt sie.
"Aber wer denn, wenn nicht die Rachiì?", will ich wissen.
Lacrima zuckt mit den Schultern. "Dieser Cydhra vielleicht.", mutmasst sie. "Er war in dem Raum, er wusste wahrscheinlich, worum es sich handelt, er wusste über die Cantata Mortis bescheid – vielleicht war er ein Spion der Rachiì? Oder handelte aus eigenem Interesse?"
Tegros nickt. "Er erschien mir wie ein ehrlicher Junge, aber ja, könnte sein… obwohl er behauptete, ein Elementkrieger zu sein. Element Psyche."
Lacrima hebt skeptisch eine Augenbraue. "Hat er das nur behauptet oder auch demonstriert?"
Tegros zuckt mit den Schultern. "Demonstriert hat er nichts, glaube ich…"
Lacrima seufzt nur. "Na gut, erster Verdächtiger: ein Junge namens Cydhra. Dann sind da natürlich die Rachiì selbst – es kann immer noch sein, dass sie die Formel schon gekannt haben. Wer noch?"
"Hat Hoffmann Rozengard nicht einmal etwas mit Sanctorions Leiche erzählt?", wirft Xashibel ein.
"Natürlich!", ruft Tegros aus. "Sanctorions Lebenskraft steckte in dem Siegel, das die Cantata Mortis verschlossen hielt. Für die Beschwörung wäre seine Leiche nötig gewesen."
"Igitt.", mache ich.
Tegros erzählt unbeirrt weiter: "Ich und Alucard hatten vor, die Leiche Sanctorions zu vernichten, nachdem wir den Tempel verlassen hatten. Wir konnten sie aber nicht mehr finden, also haben wir angenommen, dass sie der Explosion damals zum Opfer gefallen ist."
"Ist sie nicht.", meint Lacrima. "Die Explosion war in der Haupthalle, Sanctorions Leiche lag auf dem Dach des Bergfrieds. Der ist zwar eingestürzt, aber die Leiche müsste am Stück geblieben sein."
"Trotzdem war sie weg.", beharrt Tegros.

"Das heisst also", schlussfolgert Chera, "dass die Cantata Mortis schon frei waren, als ihr dort wart."
"Oder dass jemand die Leiche fortgeschafft hat, um die Cantata Mortis woanders zu beschwören.", überlegt Rin.
"So kommen wir keinen Schritt weiter.", seufzt Lacrima.
Xashibel räuspert sich. "Na ja, wir haben jetzt immerhin ein paar Namen. Cydhra. Rachiì. Ist das denn nichts wert?"
Lacrima seufzt erneut. "Was weißt du noch über die Formel?", wendet sie sich dann an Tegros. "Irgendetwas, wie man die Cantata Mortis aufhalten kann?"
Der Magier wühlt in seinen Blättern. "Also, ich habe eine genaue Beschreibung des Entsiegelungsritual und die Übersetzung der Beschwörung… ach, ja: Die Beschwörung ist eigentlich recht simpel, aber sie erfordert Unmengen an Energie. Das heisst, dass nicht jeder x-beliebige Magier sie durchführen könnte, so talentiert er auch sein mag."
"Na, das ist doch was.", bestimmt Chera. "Wie viel Energie?"
"Hmmm…" Wenn Tegros die Stirn runzelt, sieht er gleich hundertmal älter aus. "Mehr, als ich aufbringen könnte. Mehr, als irgendein Magier aus dem Konzil aufbringen könnte, um genau zu sein. Aber wir sind nur Menschen. Elementkrieger verfügen über mehr Energie… das könnte vielleicht reichen, aber eher knapp. Vielleicht auch nicht. Ich weiss es nicht genau."
"Damit wird dieser Cydhra zur heissen Spur.", konstatiert Chera.
"Vorausgesetzt, er ist wirklich ein Elementkrieger.", ergänzt Rin.
Lacrima überlegt kurz. "Ich nehme an, Energie allein reicht nicht? Man braucht auch das entsprechende Wissen, oder?"
Tegros nickt. "Man muss die Formelzeichen in Laute übersetzen. Ich hatte einige Mühe damit, diese Art Runenschrift ist alt. An die zweitausend Jahre."
"Zweitausend?", wiederholt Rin ungläubig. "Aber die Cantata entstanden doch erst vor eintausend Jahren, und versiegelt wurden sie viel später."
"Jaa, das ist es eben.", bekräftigt Tegros. "Die Rozengards haben das Siegel erschaffen, vor etwa siebenhundert Jahren, aber der Zauber, den sie verwendet haben, ist viel älter. Diese Art Magie wurde von den Priestern des unterirdischen Tempels praktiziert, und von denen stammt wahrscheinlich die Aufzeichnung." Mit einer fahrigen Geste weist der Magier auf seine abgepausten Blätter. "Allerdings sind die Inschriften nicht im Ansatz so alt wie die Schrift und die Sprache. Zwischen sechshundert und tausend Jahren, soweit ich das beurteilen kann."
Lacrima nickt. "Das passt. Zu der Zeit wurden die Sänger versiegelt."
"Die Sänger werden sogar explizit erwähnt.", ergänzt Tegros und deutet auf eine der Runen."Die hier. Eine Mischung aus 'Sänger' und 'Tod'."
Fasziniert betrachte ich den Schnörkel. Das Zeichen sieht aus wie eine Spirale mit einer Ecke. Viel zu elegant für die Cantata Mortis, finde ich.

"Wo sind diese Priester jetzt?", will Xashibel auf einmal wissen.
"Wer weiss.", meint Tegros schulterzuckend. "Im Tempel habe ich keine angetroffen. Vielleicht sind sie alle gestorben, oder die Rachiì haben sie beseitigt, oder sie haben den Tempel schon lange verlassen… jedenfalls müssen zur Zeit der Versiegelung welche da gewesen sein, denn immerhin haben sie den Zauber entwickelt. Ich habe sogar Abschriften des Spruches, mit dem die Cantata Mortis damals gebannt wurden. Ein Meisterwerk der Magie." Damit entrollt er ein neues Blatt und betrachtet es mit grossen Augen.
"Zeig mal!", rufe ich und spähe ihm über die Schulter. Dieses Blatt ist nicht abgepaust. Es ist abgezeichnet. Mit fein säuberlichen Linien hat jemand Siegel auf das Blatt gemalt, ein grosses und drei kleine, und am äusseren Rand sind wieder diese Runen zu sehen. Links kann ich wieder die Cantata-Mortis-Rune entdecken.
Lacrima betrachtet das Blatt ebenfalls. "Könnten wir das erneut verwenden?", will sie dann wissen.
Tegros zuckt mit den Schultern. "Theoretisch… allerdings ist das Siegel anfällig für Energieverlust, wie wir ja gesehen haben… es ist vielleicht nicht die beste Idee."
"Wir drehen uns im Kreis.", stellt Xashibel fest. "Was wissen wir jetzt? Dieser Cydhra könnte die Schlüsselformel kennen, oder die Rachiì, oder die Nachfahren dieser Erdpriester, wenn sie denn noch leben. Weiss man denn, wer die sind?"
Alle blicken Tegros an, doch der schüttelt nur den Kopf. "In dem Tempel habe ich einiges über die Priester herausgefunden, es gibt sogar Stammbäume, aber die hören irgendwo einfach auf… nach… wartet." Erneut holt Tegros ein paar Rollen aus dem Regal. "Das hier sind Abschriften. Unter den Priestern gab es im Prinzip zwei grosse Familien, die Delkhii und die Zemya. Erstere hatten wohl eine Erdaffinität, die sich in der Familie vererbt hat, und letztere hatten ein starkes magisches Potential."
"Erdaffinität ist erblich?" Plötzlich ist Lacrimas Interesse geweckt. "Das heisst, Kajo könnte ein Delkhii gewesen sein?"
"Oder Rispah.", ergänze ich.
"Theoretisch…", meint Tegros nur und zuckt mit den Schultern. "Aber du weißt ja am besten, wie das ist. Es könnte eine andere Art von Erdaffinität gewesen sein. Jedenfalls waren es nicht die Delhkii, sondern die Zemya, die diese Siegel entwickelt haben. Zu der Zeit der Cantata Mortis waren sie die grössere Familie, wie du hier sehen kannst." Mit seinem Finger kreist Tegros einen Abschnitt des Stammbaums ein. "Diese Generation hat den Zauber erschaffen. Namentlich waren das Teren Zemya, Laren Zemya und Noa Zemya."
"Das ist nur zwei Generationen, bevor der Stammbaum aufhört.", merkt Xashibel an.
"Stimmt.", bestätigt Lacrima. "Und es sieht nicht aus, als wären die Familien ausgestorben. Entweder ist eine Katastrophe passiert… oder sie haben den Tempel verlassen."
"Dann gibt es bestimmt noch Nachfahren.", überlegt Xashibel weiter.
"Von denen viele ein magisches Potential haben.", ergänzt Rin.
"Möglicherweise genug, um das Siegel zu öffnen.", endet Lacrima.
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Alinea
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Alinea »

Iubon

Die weiten Felder weichen grünen Hügeln und statt über Schnee hoppeln wir über die seltsamsten Pflanzen. Mein Hasennäschen kitzelt von dem intensiven Geruch und der Boden ist angenehm warm unter meinen Pfoten.
Bald stossen wir auf ein Menschendorf, simple Behausungen aus Steinen und Holz. Hier gibt es so viel Holz.
Der Oberste Lehrmeister hat nur eine kleine Gruppe von Sirenen ausgewählt, die Siedlung zu betreten. Wir sollen uns Menschengestalten holen, aber es muss jeder eine eigene haben.
Kageel will, dass die Sirenen unerkannt bleiben. Darum können nicht alle mitkommen - eine Armada von eintausendfünfhundert Schneehasen würde nicht unbemerkt bleiben.
Wir sind nur etwa zwei Dutzend, doch selbst so sind wir auf dem grünen Untergrund gut zu sehen. Sobald wir in Sichtweite des Dorfes sind, verteilen wir uns.

Im Menschendorf selbst ist der Boden nicht grün, sondern erdig und hart. Ich kann bereits Stimmen hören - ein geschäftiges Gemurmel. Und dann sehe ich die Menschen.
Sie sehen nicht aus wie wir, aber auch nicht wie die Dämonen. Ihre einfache Kleidung lässt sie klobig wirken, und von der Macht, die die Dämonen ausgestrahlt haben, ist nichts zu spüren. Ihre Haut ist etwas dunkler als unsere und nicht gezeichnet, was sie seltsam einseitig wirken lässt. Sie scheinen überhaupt nicht gefährlich zu sein.
Ich haste hinter eine der Menschenbauten, denn ein Mann kommt geradewegs auf mich zu. Er scheint mich aber nicht bemerkt zu haben - das ist meine Chance.
Mit gespitzten Löffeln warte ich, bis der Mann an der Ecke auftaucht. Dann schnelle ich aus meinem Versteck und verbeisse mich in seinem Bein.
Stoff füllt meinen Mund. Er trägt eine Hose und eine Art Fussschutz aus Leder. Ich beisse zu, so fest ich kann, doch er hat mich abgeschüttelt, bevor ich ihn kratzen kann. "Was zum Teufel?!", ruft der Mann aus und tritt mit dem Fuss nach mir, doch ich bin schon davongehoppelt. Ich frage mich, was ein Teufel ist.
Beim nächsten Mal bin ich vorbereitet. Ich verstecke mich wieder hinter einem Menschenhaus und warte, bis jemand vorbeigeht. Diesmal ziele ich auf die Kniekehlen, beisse mit aller Kraft, um die Hosen zu durchdringen. Der Mensch schreit auf und schüttelt sein Bein, ich fliege wieder weg, doch diesmal reisse ich ihm dabei die Haut auf.
Zufrieden hopple ich davon, während das vertraute Prickeln meinen Körper erfüllt.
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Gralaer
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Gralaer »

Kreck

Am späten Abend kehre ich zur Gasse zurück wo dieses Leiter herunterkommen soll.
Gideon wartet bereits dort. Er steckt mitten in einer Unterhaltung.
„Es geht klar?“ fragt er zum Schluss und bekommt ein leichtes Nicken, drauf verschwindet der Schatten.
„Wer war das?“ will ich wissen.
„Das heißt, Guten Abend.“ Er schüttelt den Kopf. „Nicht von belangen für dich.“ Darauf schnappt er sich einen Stein und wirft ihn wie letztes mal gezielt ins Schwarze.
Die Leiter kommt leise heruntergefahren ohne viel Lärm zu machen.
Oben fängt Gideon wieder an seine Beute in die Regale zu sortieren.
Ich schaue nur tatenlos zu. Nachdem er fertig ist schiebt er zwei kleine Hocker an einen winzigen runden Tisch. Der Meisterdieb erkennt wohl sofort meine Begeisterung. „Hab nie Besuch.“ meint er nur. Bei der Ordnung kein Wunder...
Er kramt noch eine Kerze aus eine der vielen Schubladen, stellt sie zu Tisch und zündet sie wegen der nahenden Dunkelheit an. Ich tue ihm gleich und setzte mich.
„Also die erste Aufgabe hast du geschafft.“ beginnt er doch ich unterbreche ihn gleich. „Ja was sollte das? Verarscht du mich hier?“ entgegne ich wütend. „Mutter bestohlen.“ und gestikuliere albern ein Haken.
„Sie hat mir beigebracht was ich heute weiß.“ antwortet er kühl. Jetzt bin ich ruhig.
„Es war schwierig ihr den Geldbeutel zu stehlen?“ fragt er. Ich nicke.
„Ja, es ist schwierig von ihr etwas zu stehlen. Ich hab ihr sogar gesagt sie soll es dir nicht zu schwer machen. Aber anscheinend, hast du es doch geschafft egal ob sie es dir leicht oder schwer gemacht hat. Das heißt dann schon mal das du im Taschendiebstahl gar nicht so schlecht bist.“ Oh danke.
„Meine Mutter musste sich alles selbst beibringen, sie ist eigentlich die Meisterdiebin...ich nur der Schüler.“ ein leichtes Grinsen huscht ihm über den Mund.
„Was ist mit deinem Vater?“ frage ich abrupt, und wunder mich selbst darüber.
Und plötzlich verfinstert sich die Miene von Gideon. „Mein Vater...“ beginnt er und starrt ins Leere.
„Gideon?“ frage ich nach. Er erschreckt sich als wäre er völlig woanders gewesen.
„Mein Vater ist weg...mehr gibt’s nicht zu sagen.“ Darauf hin steht er auf. „Morgen geht es weiter steh diesmal früher auf.“ Und dann verschwindet er.
Sehr komisch.
Kurz bevor ich ihm steinharten Bett einschlafe höre ich noch wie Gideon Möbel um herrückt und etwas vor sich hin murmelt, dann schließen sich meine Augen.
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Alinea
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Alinea »

Xashibel

Wir diskutieren noch bis spät in der Nacht, wie wir nun vorgehen sollen. Dann erwähnt Lacrima das Buch über Elementsiegel und Tegros beginnt einen umfangreichen Monolog über Stärken und Schwächen verschiedener Siegelzauber sowie deren Schwierigkeit. Irgendwann schwirrt mir vor lauter Fachbegriffen der Kopf und ich erhebe mich. "Leute, ich geh schlafen.", verkünde ich laut.
Lacrima wirkt etwas irritiert, sie war ganz vertieft in Tegros´ Ausführungen. "Ja, klar, mach das.", meint sie dann. "Sollten wir alle mal. Morgen früh möchte ich etwas ausprobieren."
"Oh, was denn?", will Shékkel sofort wissen. "Ein Zaubertrick?"
"So ähnlich.", meint Lacrima nur schulterzuckend. "Also, Tegros... wie war das nochmal mit der Energievermaschung?"
"Grundsätzlich sind enger vermaschte Siegel stärker, allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass es auch auf die Art der Vermaschung ankommt...", nimmt Tegros seinen Monolog wieder auf. Ich gehe durch die erstbeste Tür - Kopfweh kann ich gerade nicht brauchen.

Am nächsten Morgen fühle ich mich ausnahmsweise einmal richtig ausgeruht. Ein Dach über dem Kopf zu haben ist doch was Schönes...
Shékkel neben mir scheint schon wach zu sein. "Guck mal.", flüstert sie, sobald sie mich bemerkt. "Der Staub glitzert in der Sonne."
"Tatsächlich...", murmle ich. Ich habe gar nicht darauf geachtet, aber die funkelnden Partikel sind wunderschön. Ich flüstere ein Wort, und ein leiser Windhauch wirbelt sie durcheinander und lässt sie tanzen.
Shékkel kichert. "Du sprichst wieder windisch!", stellt sie fest.
Statt zu antworten, flüstere ich noch ein Windwort, und eine kleine Bö klatscht ihr ins Gesicht.

Im Wohnzimmer sitzen Lacrima und Tegros an genau den selben Plätzen wie gestern Abend. "Meine Güte, habt ihr etwa die ganze Nacht hier gesessen?", begrüsse ich sie.
"Nein, ich bin eben erst aufgestanden.", gibt Lacrima zurück. "Kommt, Tegros spendiert uns ein Frühstück."
"Frühstück?", klingt es verschlafen aus dem Nebenzimmer. Chera schlurft herein. "Ich auch Frühstück."
Lacrima grinst. "Hol's dir, Faulpelz.", ruft sie und wedelt mit einem belegten Brot rum.
Ich setze mich und schneide vom Brotlaib ab - ein Stück für mich und eins für Shékkel. "Also, Lacrima, was wolltest du eigentlich jetzt ausprobieren?", beginne ich.
"Awschoo..." Lacrima schluckt erst mal. "Es geht um den Plan, die bestehenden Siegeltempel mit Elementsiegeln zu verstärken. Tegros will uns beibringen, wie das geht."
"Klingt gut.", meine ich. "Aber ich hätte nicht gedacht, dass man das an einem Vormittag lernen kann..."
"Kann man auch nicht.", meint Lacrima. "Tegros wird uns anleiten. Ich hab das so verstanden: Er macht das Siegel und wir die Elemente."
Ich nicke. "Das heisst, er muss dann dabei sein, wenn wir den Tempel versiegeln?", frage ich dann nach.
"Vielleicht...", gibt Lacrima zu. "Wir werden sehen. Vielleicht ist es ja nicht so schwer, wenn man es einmal gemacht hat. Vorausgesetzt, man ist einigermassen magisch talentiert. Was ich nicht bin."
"Nicht?", wiederhole ich. "Das überrascht mich jetzt."
Die Elfe zuckt nur mit den Schultern. "Ich wollte früher mal Magierin werden und habe im Clan eine Ausbildung angefangen, allerdings war ich nicht sehr begabt. Nach meiner Verwandlung zur Elfe wurde ich besser, aber das liegt daran, dass Elfen einen direkteren Zugang zur Magie haben. Im Vergleich mit anderen Elfen bin ich miserabel."
Das lässt mich kichern. "Ich dachte immer, du kannst alles."
"Ich auch.", gibt Lacrima zurück und widmet sich wieder ihrem Brot.

Wir versammeln uns draussen vor dem Turm. Tegros hält das Siegelbuch aufgeschlagen vor sich und weist uns an, einen Kreis zu bilden. "Merkt euch eure Position.", sagt er dann. "Der Schlüssel für dieses Siegel wird die Anordnung der Elemente sein, so wie sie jetzt ist. Lacrima, stell dich ein wenig nach rechts, genau nach Norden ausgerichtet. Das ist wichtig. Licht ist im Norden, dann haben wir Wind, Gift, Wasser, Mikrokosmus und Sand, im Uhrzeigersinn... perfekt." Tegros fördert ein kleines Kästchen zutage. "Es gibt zwei Möglichkeiten des Versiegelns. Entweder zeichnet man das Siegel auf den Behälter, oder man platziert den Behälter im Siegel, so wie ich jetzt." Er legt das Kästchen in die Mitte des Kreises und beginnt dann, im Kreis darum herum Nägel in die Erde zu stecken.
"Wofür sind die?", will Shékkel wissen.
"Siehst du gleich...", murmelt Tegros, holt ein weisses Band hervor und spannt es um die Nägel, bis es eine Art Sternform bildet. "Auf diesem Untergrund kann ich nicht mit Kreide malen.", erklärt der Magier. "Ich spanne ein ganz einfaches Siegel, aber durch die Elemente wird es dennoch aussergewöhnlich stark sein."
Tegros stellt sich zwischen Rin und Dimir in den Kreis. Er wirft noch einen Blick ins Buch, dann wendet er sich an uns: "Ich werde die Essenz eurer Elemente beschwören. Das werdet ihr spüren. Wehrt euch nicht dagegen.", warnt er uns.
Dann beginnt er zu rezitieren.

Zunächst geschieht gar nichts. Dann bemerke ich ein leichtes Kribbeln an meinen Händen, als wären sie eingeschlafen. Ich schüttle sie, doch das Gefühl geht nicht weg - es breitet sich stattdessen weiter aus, bis es meinen Kopf erreicht. Vor meinen Augen verwandelt sich die Welt.
Es scheint, als würde es plötzlich Nacht werden, so plötzlich verschwindet das Licht. Nur das Siegel ist noch zu sehen, der leuchtende Stern in unserer Mitte, und die Elemente - bunte Schlieren aus Licht. Ich erkenne Cheras Gesicht gegenüber, in blaues Licht getaucht, und daneben sehe ich Dimirs Element violett leuchten.
Die Elemente fliessen in das Siegel, lassen die sechs Zacken bunt aufleuchten und scheinen dann in der Erde zu versickern. Das Licht kehrt zurück und ich höre den Wind flüstern - erst jetzt fällt mir auf, dass er eben verstummt ist.
"Das war's.", erklärt Tegros in die Stille hinein. "Die Kiste ist versiegelt." Wie zum Beweis hebt er sie vom Boden auf und zerrt am Deckel. Ein weisses Glühen, sonst passiert nichts.
"Bei dir sieht das so leicht aus.", beschwert sich Lacrima.
"Das war auch nur ein leichter Zauber. Zum Entsiegeln braucht ihr nichts weiter zu tun, als dieses Siegel zu zeichnen und eure Elemente hineinfliessen zu lassen."
"So etwas habe ich schonmal gesehen.", erklärt Lacrima. "Alucards Mutter hat so ein Siegel erstellt, um Alucard seinen Schlüssel zu geben."
Tegros nickt. "Gut möglich. Aber das ist nicht die Art Siegel, die ihr braucht. Ihr braucht etwas Stärkeres..." Abwesend blättert er im Buch. "Ah. Da."
Neugierig blicke ich ihm über die Schulter. Die aufgeschlagene Seite ist über und über mit Zeichnungen bedeckt, ein verwirrendes Bild aus Bögen und Linien. “Sieht hübsch aus.”, kommentiere ich.
Wieder nickt der Magier. “Jaja... es ist schwer zu Zeichnen. Ein Fehler, und das Siegel hat ein Loch. Das ist das Problem bei mächtigen Siegeln. Nicht das Zaubern, das Zeichnen.”
“Ist wohl der Grund, warum es bei mir nicht klappt.”, meint Lacrima. “Ich zeichne zu hastig.”
“Und jetzt?”, will Shékkel wissen. “Was machen wir damit, wenn wir es nicht malen können?”
“Ihr nehmt jemanden mit, der es kann.”, erklärt Tegros. “Ich begleite euch.”
Das hätte ich nicht erwartet, aber es scheint wirklich die einzige Lösung zu sein. Lacrima nickt und meint: “Das freut uns. Aber es könnte gefährlich werden, das ist dir bewusst?”
Tegros schnaubt abfällig. “Gefährlich, jaja. Ich seh vielleicht so aus, aber so alt bin ich jetzt auch wieder nicht.”
“Dann ist es abgemacht.”, nicke ich. “Wann wollen wir losgehen?”
“Ich packe noch einige Sachen.”, erklärt Tegros. “Dann können wir los.”
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Gralaer
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Gralaer »

Kreck

Am Morgen stehe ich extra früh auf. Meinen inneren Wecker hab ich auf sechs Uhr gestellt.
Gideon steht noch nicht an der Türschwelle und blickt mich finster an. „Ha!“ jubel ich per Gedanken und ziehe mir wieder meine Bauernkleidung über.
Weiter gehe ich in das „Tausend Regalen Zimmer“... nah selbst so hört das sich nicht schön an...
Doch selbst hier ist er nicht. Müde reibe ich mir die Augen.
„Gideon!“ rufe ich einmal. Nichts. Ich gehe zum einzigen Fenster hier, dass gleichzeitig der Ausgang ist, und spähe hindurch. Es ist noch dunkel, aber diesen Dieb sehe ich auch nicht unten in der Gasse.
Kurz überblicke ich den Raum und bemerke das hier nur dieses Zimmer und weiter hinten mein Zimmer ist, doch wo ist dann Gideons Zimmer? Schläft der hier bei seinen Regalen?
Vorsichtig, als wäre ich ein Einbrecher, schaue ich mich hier um, nicht mal eine geheime Falltür oder einen versteckten Schalter finde ich. Und ich hab das Gespür für so was, weiß ich alles von Flarakra. Der hat nämlich für unsere Basis solche mechanischen Konstrukte gefertigt.
Schwärmend vor Nostalgie an die alte Höhle geistre ich durch Gideons Reich.
Und bevor es noch hell wurde höre ich etwas hinter mir.
Ich drehe mich zum Geräusch um und sehe ihn dort stehen. „Guten Morgen, wir müssen gleich los, komm!“ fordert Gideon mich auf und verschwindet wieder durch das Fenster.
Komisch „Hat der denn gar nicht geschlafen?“ frage ich mich und folge ihm willig.
Unten wartet er schon wieder ungeduldig. „Was haben wir heute vor?“
„Heute. Ein ganz normaler Einbruch in eine kleine Villa eines Kaufmanns.“ meint er nur.
„Endlich mal was für mich.“ grinse ich.
Hinter einigen Häusern später sind wir am Ziel angekommen.
Es ist eine eher schmucklose Villa. Unauffällig und etwas brüchig gebaut.
„Hier?“ frage ich entsetzend nach? „Moment...klar hier würde niemand mit viel Gold rechnen.“ überlege ich im Kopf. „Richtig Gideon?“ denke ich mir dazu.
„Ja hier.“ gibt er aber nur als Antwort. „Es gibt nicht viel zu holen, aber viele Wachen. Dieser Kaufmann setzt mehr auf seine Sicherheit.“
„Wenn er auf seine Sicherheit setzt? Aber dann muss er doch etwas besitzen?“ kontre ich.
„Jein...er ist ein wichtiger Kaufmann für die Königsritter. Er treibt Handel zwischen Melanathos und Elyades...und dann noch zwischen anderen kleineren Inseln.
„Toll...hohes Risiko und keine Beute.“ fluche ich innerlich.
„Du wirst dich hinten einschleichen. Stehlen wirst du...sagen du wirst wissen was du stehlen sollst.“ bestimmt Gideon direkt weiter.
„Und du?“ frage ich sofort danach. „Ich werde hier warten. Dir steht der ganze Tag zu Verfügung, also bis Mitternacht.“ und mit den Worten verschwindet er hinter meinem Rücken, während ich die Villa untersuche.
„Das wird einfach.“ Plötzlich landet ein Schlag auf meinen Kopf. „Keine Elemente!“ donnert es danach aus Gideons Mund.
Scheiße...
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Coragna
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Coragna »

Kha'Tschirik Vanderhal

Ich zögere noch kurz, aber da ich wohl ohne Geld keine andere Chance habe eine Überfahrt zu bekommen folge ich Skontino. Es widerstrebt mir zwar ein Verbrachen zu begehen, aber das Verlangen Shèkkel wiederzusehen und mehr über die Elementkrieger zu erfahren ist größer. Als ich ihm folge stolpere ich fast über meinen Umhang, er ist eigentlich wirklich unpraktisch – naja egal, kann ich jetzt nicht viel dran ändern.
„Wir waren dabei, was du so interessantes kannst, Fräulein Blauhut. Priesterin biste bestimmt nicht geworden, weil du so gut Köpfe eingeschlagen hast. Du hast mich da ja hoffentlich nicht angelogen, sonst werd' ich nämlich sauer. Und wenn du petzt, sei da gewarnt, werde ich kein Auge mehr zu tun, bis du die Radieschen von unten betrachtest.“
Ich schlucke und schaue unsicher über meine Schulter. Skontino macht mir Angst und ich befürchte, dass er, wenn ich noch viel länger schweige, seine Dolche aus dem Gürtel ziehen wird und mich endgültig zum Schweigen bringt. Mit belegter und zitternder Stimme setzte ich zu einer Antwort an: „Ich kann Bilder beschwören... und Leute zum Schlafen bringen, aber eher Bilder beschwören, von was auch immer du willst, solange du es dir ganz genau vorstellst.“
Er lacht auf. „Das ist ja süß. Ich denke nicht, dass das sehr nützlich sein wird, aber es ist besser als nichts.“
Skontino bleibt in der Nähe eines gigantischen Schiffes, das noch mit allerlei Getier und großen, schweren Kisten beladen wird, stehen und stellt sich in den Schatten eines Hauseingangs. Es ist fast noch größer als die anderen Schiffe, hat drei große Masten, die in den Himmel ragen und viele Menschen eilen geschäftig darauf hin und her. Gerade steigt ein dicker, prunkvoll gekleideter Mann auf das Decke, gefolgt von mehreren schönen Frauen.
„Da werden wir mitfahren. Das Schiff ist so groß, da fallen wir beide nicht auf.“ Er mustert mich von oben bis unten. „Zumindest wenn du deinen dämlichen Hut abnimmst, der wird noch alles verderben.“ Ich will mich schon verteidigenden, entschließe mich dann aber den Mund zu halten. „Denkst du, du schaffst es sie so abzulenken, dass wir uns an Bord schleichen können?“
„Ich weiß nicht.“
Er zieht die Augenbrauen hoch. „Versuchs einfach, Priesterin.“
Ich schließe die Augen und konzentriere mich, suche in meinem Kopf nach etwas, das die Leute ablenken könnte. Eigentlich will ich ihnen ja keine Angst einjagen, aber mir wird wohl kaum etwas anderes übrig bleiben, wenn ich will, dass wir genug Zeit haben aufs Deck zu kommen. Der Drache aus der Bibliothek wird wohl etwas zu heftig sein, denke ich mir und entscheide mich dann für das Mammut, das mein altes Dorf angegriffen hat. Bevor ich anfangen werfe ich Skontino noch einen zweifelnden Blick zu.
„Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist.“
Er lacht. „Mach hin, sonst ist das Schiff abgefahren bevor du ein kleines Wölkchen machen kannst.“
Ich schließe die Augen und stelle mir ganz genau vor, wie das Mammut, das nur aus Eis und Knochen besteht, auf dem Steinboden des Hafens steht und furchteinflößend durch die Menge stürmt. Als ich die Augen einen Spalt weit öffne, sehe ich wie es langsam Gestalt annimmt. Die Menschen schauen wie erstarrt auf die weiße Wolke, aus der sich langsam die Schemen des Mammuts bilden. Noch bevor man es vollständig sehen kann – ich bin noch ganz gefesselt von dem Anblick – zieht Skontino mich am Ärmel und schleift mich mit in Richtung Boot. Die Menschen schreien auf und stoben auseinander wie wilde Tiere. Das Mammut stürmt los, wir werden nicht mehr viel Zeit haben um an Deck zu kommen. Skontino und ich rennen, im allgemein Chaos unbemerkt, auf das Schiff ohne unser Ticket vorzeigen zu müssen. Er strebt eine Tür an, die in das Innere des Schiffes führt, draußen verstummen die Schreie langsam.
Wir gehen einen schmalen Gang entlang, von dem viele Türen abgehen, wohl der Platz, wo die Reisenden eigentlich übernachten. Doch Skontino hält natürlich vor keine an, sondern führt mich zu einer Leiter ganz am Ende. Wir steigen hinab, immer tiefer, bis es nicht mehr weitergeht. Anscheinend sind wir ganz unten angekommen. Kein bisschen Tageslicht dringt hierher, nur ein paar Öllampen leuchten den großen Raum aus, in dem anscheinend die Kisten gelagert werden, die aufs Schiff getragen wurde. Er geht noch etwas tiefer hinein, dorthin wo kein Licht mehr hinkommt, öffnet ein paar Kisten. Ich stehe still daneben. Er greift sich aus einigen etwas, andere schließt er einfach wieder. Dann begeben wir uns noch weiter, zwischen drei Türme aus aufeinandergestapelten Kisten, wo wohl keine Menschenseele mehr hinkommt. Er zieht mich auf den Boden. „So, hier bleiben wir, hier findet uns niemand. Ich habe uns etwas zu Essen besorgt, aber wir sollten nicht reden.“ Er zeigt auf den Stapel mit Dingen die er aus den Kisten geholt hat. „Ich hoffe du hast keine Angst im Dunkeln.“ Irgendwo weiter im Boot quiekt es und ich kann sein Grinsen förmlich spüren. „Oder vor Ratten.“

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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von MrIncredible »

Name: Ghrentork
Alter: 23 Jahre
Element: Gestein
Waffe: steinerne Keule
Rasse: Bengard; Hünenhafte Rasse, die in der Wüste in nomadisierenden Stämmen lebt, primitiv, nicht wirklich kultiviert, eher weniger intelligent, kaum Kontakt zu anderen Lebensformen, sehr widerstandsfähig
Aussehen: ~2,50m groß; massig; muskulös; dicke, ledrige, orange-ocker-farbene Haut; kleiner Kopf; breites Kinn; trägt lediglich einen Lendenschurz und einen kleinen Harnisch
Charakter: Ghrentork ist ein eher ruhiger und friedfertiger Zeitgenosse, der gerne einfach nichts tut. Anderen gegenüber ist er häufig misstrauisch, wenn er jemandem erst einmal vertraut, wird er für die betreffende Person vieles auf sich nehmen. Er ist treu und zögert nicht zum Schutz, der ihm wichtigen Personen einzuschreiten und Gewalt anzuwenden. Er ist mäßig intelligent und ist leicht begriffsstutzig, kann aber recht listig sein.
Geschichte: Ghrentork wurde wie jeder Bengard in der Wüste geboren und aufgezogen und hat nichts anderes als eben diese gesehen. Die Bengarde leben in einem kleinen Gebirge, welches von sämtlichen Durchreisenden wegen wilder Geschichten was dort hause gemieden wird und nur zum Spähen verlassen wird, in selbst in den Stein geschlagenen Höhlen. Schon in seiner frühen Kindheit hat Ghrentork eine tiefe Verbundenheit zum Stein gespürt, aber selbst der Schamane seines Stammes konnte ihm nicht sagen was es war.
Besonderheiten/Fähigkeiten:Seine Haut gewährt ihm eine erhöhte Resistenz gegenüber Hitze/Kälte, Säuren/Basen und physischen Angriffen, er ist zudem gegen viele Krankheiten immun und schwer zu vergiften, alles in allem hält er einfach eine Menge aus. Zu seinen Fähigkeiten gehört seine Verwandlung in Gestein, in diesem Zustand kann er normal wahrnehmen, sich aber nicht bewegen, außerdem ist er quasi immun gegen Klingen oder Pfeile, das einzige wogegen er sich nicht wehren kann ist Magie. Des weiteren ist es enorm anstrengend zu Versteinern/Entsteinern, was bedeutet, dass er es nicht allzu oft tun kann und zwischen dem Ver- und dem Entsteinern etwas Zeit liegen muss. Als Stein kann er nicht schlafen, wodurch das ganze auch zeitlich begrenzt ist, nach einer gewissen Zeit muss er sich konzentrieren nicht zu entsteinern. Eine weitere Fähigkeit ist das Ziehen von Energie aus Stein, das heißt, wenn er einen warmen Stein anfasst, dann kann er sich seine Energie holen, um sich selbst zu regenerieren (niedrige Effizienz). Er kann nicht schwimmen.
Versteht die allgemein gesprochene Sprache nicht, muss sie also erlernen.



Ghrentork
„Hmmmpf....wie komm ich hier raus? Meine Gedanken sind so schwer und ich will mich wieder bewegen können. Ich bin so müde, ich muss schlafen, aber kann ich die Sicherheit aufgeben? Wieso bin ich nochmal hier? Alles dreht sich und schaukelt. Ich bin hier wegen... genau. Ich war zum Spähen ausgeschickt worden, da haben sie mich gefunden und überwältigt. Der dicke Mann hat sich mächtig gefreut mich eingesperrt zu haben. Dann haben sie mich auf dieses Ding im großen Wasser gebracht. Ich habe Angst, ich will wieder an die Sonne und zu meinen Steinen. Ich will schlafen... Ich werde Stein bleiben und ein bisschen dösen, wer weiß was hier lauert....

Coragna
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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von Coragna »

Kha'Tschirik Vanderhal

Die Dunkelheit, die von kaum etwas durchdringen wird, der Geruch nach nassem Holz und die Stille, die nur hin und wieder von Ratten und Matrosen unterbrochen wird, die hier unten nach dem Rechten sehen, ist kaum erträglich. Zwar kann ich Skontino spüren, manchmal raschelt auch seine Kleidung, und doch verliert er kein Wort, wohl aus Angst entdeckt zu werden. Einmal füllt er auch den Haufen mit Lebensmitteln wieder auf, doch ansonsten passiert rein gar nichts.
Die Langeweile schmerzt schon fast. Ich habe noch nie so lange nichts getan, meistens versuche ich einfach zu schlafen, was natürlich nicht immer funktioniert. Den Rest der Zeit esse ich entweder oder male mit dem Finger Bilder aufs Holz. Wie unbequem der Boden eigentlich ist, merke ich schon gar nicht mehr.
Ich weiß nicht, wie lange wir schon unterwegs sind – ich habe jegliches Gefühl für Zeit verloren, aber es muss schon ziemlich lange sein, da halte ich es nicht mehr aus stillzuhalten. Ohne ein Wort zu verlieren krieche ich so leise wie möglich aus unserem Versteck, weiter in das Boot hinein. Ich hoffe, dass ich später zurückfinde. Skontino sagt nichts, vermutlich schläft er tief und fest. Ich begebe mich zu den anderen Gütern, die weiter nach hinten immer größer werden – und wertvoller. Eine einzele Öllampe, die vermutlich jemand vergessen hat leuchtet eine große goldene Statur aus, und ich sehe eine Kiste, nur mit Goldmünzen darin. Ich zögere eine ganze Weile, dann nehme ich mir einige – ich bin so wie so schon eine Verbrecherin, werde das Geld im Mondlichtküstendorf sicher brauchen (Ich kann schließlich Shèkkel und ihre Begleiter nicht alles zahlen lassen) und hier werden die einzelnen Goldstücke wohl von kaum jemandem vermisst.
Als ich zur Genüge geschaut habe, will ich schon wieder zurückgehen, doch dann lässt mich etwas stutzen – obwohl hier eigentlich nur sehr wertvolle Dinge sind, steht in der Ecke ein riesiger Fels (Ghrentork), der weder aus Gold, noch aus Silber, noch sonderlich schön anzuschauen ist. Ich trete etwas näher an ihn heran begutachte ihn. Nichts besonderes. Aber warum sollte man einen einfachen Stein ins Mondlichtküstendorf bringen, gibt es dort etwas keine Steine? Das kann ich mir nicht vorstellen. Vorsichtig berühre ich ihn. Er ist erstaunlich warm dafür, dass er solange kein Licht mehr hatte. Dann schnappe ich nach Luft – ich sehe ein Bild.
In meinem Kopf bildet sich ein Ort aus, den ich noch nie gesehen habe. Hohe Felsen ragen die Luft, es sieht trocken aus. Überall liegt Staub und Sand, der nur hin und wieder von einer Priese aufgewirbelt wird. Mehrere seltsame Gestalten, von deren Art ich noch nie welche gesehen habe, ziehen langsam durch die Täler zwischen dem aufgetürmten Stein. Sie sind riesig, bestimmt vier Köpfe größer als ich (drei wenn ich meinen Hut aufhabe) und tragen gefährlich aussehende Keulen mit sich herum. Ich tauche wieder aus der Gedankenwelt … des Steines....? wieder auf und muss ein paar Mal husten, so lange habe ich schon nicht mehr gesprochen. Dann frage ich leise: „Hallo? Wer bist du?“

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Re: Ragnarök 2 - Cantata Mortis

Beitrag von MrIncredible »

Ghrentork
Etwas warmes berührt mich. Ich höre Husten und dann eine leise Stimme etwas in einer Sprache sagen, die ich nicht verstehe. Was soll ich machen? Ich muss mich sowieso zurückverwandeln. Das Ding vor mir ist kleiner als ich, geht mir etwa bis zur Brust. Ich kann es auseinandernehmen, wenn ich will. Vielleicht kann es mir ja helfen? Ich bin schon gefesselt, schlimmer kann es eigentlich nicht werden. Also gut. Ich entspanne meinen Geist und kann spüren wie meine Glieder wieder beweglich werden, mein Blut wieder fließt und wie langsam die salzige Luft in meine Brust strömt.
Es tut gut wieder atmen zu können. Vielleicht versteht mich die kleine Figur ja...
Ich räuspere mich und schnaube ein paar mal kräftig durch die Nase wie es eben so Brauch ist und setze an: „Ich bin Ghrentork. Ich verstehe dich nicht. Verstehst du mich? Kannst du mir helfen?“
Hoffentlich kann sie mir helfen, ich will die Fesseln loswerden. Und schlafen. Aber erstmal warten was die kleine Gestalt sagt. Wenn sie böse wird, werfe ich sie gegen die Wand.

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